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Vorlesungsverzeichnis SoSe 2023 (Stand: 29.03.2023)



Titel Vortragende*r/ Mitwirkende*r Angaben zur Abhandlung (Inhalt)
     
Von den Normannen zu den Hohenzollern: Mittelalterliche Architektur Süditaliens und ihre Rezeptio (Vorlesung) Cianciolo Cosentino, Gabriella, Univ.-Prof.' Dr.' Von den Normannen zu den Schwaben haben jeweils aufeinanderfolgende Dynastien in Süditalien vom 11. bis zum 13. Jahrhundert ein vielfältiges politisches Umfeld geschaffen, das zur Entfaltung einer außergewöhnlich reichhaltigen Architektur beitrug, die sowohl von östlichen als auch westlichen Kulturen beeinflusst war. In der sizilianisch-normannischer Architektur fließen islamische, byzantinische und romanische Elemente zu einer harmonischen Einheit zusammen, die mit dem Begriff ‚Synkretismus‘ bezeichnet wird. Die Architektur Friedrichs II. von Hohenstaufen im Königreich Sizilien schließt eine Reihe von Festungen, Burganlagen und Sommerresidenzen ein, die eine Topographie der imperialen Macht bilden, zu denen Architekturikonen wie Castel del Monte in Apulien und Castel Maniace in Sizilien zählen.
Das süditalienische Mittelalter hat im 19. und 20. Jahrhundert eine vielfältige wissenschaftliche und kreative Arbeit inspiriert, die sowohl den ästhetischen Diskurs als auch die architektonische Praxis während zweier Jahrhunderte tiefgreifend geprägt hat. Dabei handelt es sich nicht nur um ein regionales Revival, sondern um ein europäisches Phänomen der Rezeption, das die Vorlesung thematisiert und kritisch hinterfragt.
Die internationale (und insbesondere deutsche) Begeisterung für die mittelalterliche Architektur des Königreichs Sizilien kann auf zwei größere westliche Strömungen zurückgeführt werden: Nationalismus und Orientalismus. In diesem komplexen Gefüge patriotischer Empfindungen und der Sehnsucht nach dem Exotischen wurde ein erneutes Interesse am faszinierenden Gebiet zwischen Europa und Afrika mit einer überaus reichen und komplexen architektonischen Tradition hervorgerufen, einer Tradition, die für lange Zeit als ‚barbarisch‘ an die Ränder der europäischen Kunstgeschichte verbannt wurde.
Anhand textueller und visueller Quellen wird die Art und Weise erforscht, in der diese reiche und komplexe architektonische Tradition in Deutschland entdeckt, wahrgenommen, dargestellt und nachgeahmt wurde. Welche Gründe haben dieses Interesse an einem Randgebiet zwischen Europa und Afrika hervorgerufen? Unter welcher politischen Agenda und ideologischen Konstrukte ist dieses Phänomen der Mittelalterrezeption zu verstehen?
Besonders werden dabei die ideologischen Hintergründe der kunsthistorischen Narrative berücksichtigt sowie die nationalistischen und imperialistischen Ziele von Bauherren und Architekten, welche sich die architektonischen Meisterwerke der mittelalterlichen Ahnen (Normannen und Hohenstaufen) als Ikonen und Vorbilder für zeitgenössische Bauunternehmen angeeignet haben.
Materialien der Skulptur zwischen Technik und Semantik (Vorlesung) Lipinska, Aleksandra, Priv.-Doz.' Dr.' Die Wahrnehmung der Skulptur bleibt für viele Betrachter*innen anspruchsvoller als die von den zwei weiteren klassischen Genres der westlichen Kunst: Malerei und Architektur. Dass sie in der Vergangenheit oft mit einem gewissen „Misstrauen“ betrachtet wurde, hing auch mit ihrer ausgesprochenen Materialität zusammen. Ziel der Vorlesung ist es nach den möglichen Zugängen zur Skulptur zu fragen, insbesondere denen, die ihre Materialität anbietet. Nach einer Einführung in die allgemeine Geschichte der Beziehung zur Materialität in westlicher Kultur, sowie einem Überblick über die Methoden ihrer Untersuchung, werden die Hauptmaterialien der Skulptur systematisch in ihrem sich über die Jahrhunderte ändernden Kontext vorgestellt. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf das Spannungsfeld zwischen den natürlichen Eigenschaften jeweiliger Materialien und denen ihnen Zugeschriebenen Bedeutungen gelegt.
Kunst des Hoch- und Spätmittelalters in Nordspanien - zwischen Erbe und Reform (Vorlesung) Wittekind, Susanne, Univ.-Prof.' Dr.' Der Zerfall des Kalifats in Al Andalus im 11.Jahrhundert begünstigte den Machtzuwachs und die Ausdehnung der christlichen nordspanischen Grafschaften und Königreiche nach Süden. Durch diplomatisches Geschick und Kriegszüge erlangten sie, sei es als Beute oder Tribut, neuen Reichtum aus diesen wirtschaftlich prosperierenden Regionen. Während die mächtigen Burganlagen und Paläste dieser Zeit mitsamt ihrer kostbaren Ausstattung kaum überdauert haben, zeugt die große Zahl reich ausgestatteter Kirchenbauten in Nordspanien noch heute von dieser „Blütezeit“. Die erfolgreiche Propagierung des Grabes des Apostels Jacobus in Santiago de Compostela machte den Wallfahrtsort zum wichtigsten europäischen Pilgerziel nach Rom. Die enge Verbindung der Könige von Kastilien-León zu den Cluniazensern stärkte den Einfluß der römischen Kirche und führte seit 1080 zur Ablösung der westgotischen Liturgie durch die römische. Wie positionieren sich die Grafen, Kirchen und Gemeinschaften in diesem Spannungsfeld? Wird künstlerisch auf das westgotische, mozarabische oder islamische Erbe verwiesen? Gibt es in Bauformen und -techniken, Ikonographien, Bildprogramme oder Stilelemente, die auf die romanischen Bauten Südfrankreichs oder Santiagos, oder auf Rom rekurrieren? Auf solche Fragen hin werden Baukunst und Skulptur, Wandmalerei, Textilien und Schatzkunst dieser Region vorgestellt und erörtert.
"Und was macht man damit?" - Berufsperspektiven für Kunsthistoriker:innen (Vorlesung) Foltin, Olivia Bestimmt ist euch diese Frage auch schon begegnet: "Kunstgeschichte? Und was macht man damit?" Mit dieser Frage haben sich vier eurer Kommilitoninnen auseinandergesetzt und für das Sommersemester 2023 eine Ringvorlesung organisiert, in der verschiedene Berufsfelder vorgestellt werden, in die ihr mit eurem Studium der Kunstgeschichte einsteigen könntet.

Die Ringvorlesung gliedert sich in folgende Schwerpunkte: Kunstmarkt, Archive & Dokumentation, Kuration & Registration, Stiftungen, Restaurierung, Denkmalpflege, Kunsterziehung und - vermittlung, Öffentlichkeitsarbeit, Kunstkritik, -journalismus etc., Kunstversicherungen und Provenienzforschung. Innerhalb dieser Schwerpunkte werden verschiedene Gäste ihre Berufe und ihren Werdegang mit euch teilen und ihr habt im Anschluss die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Neben den Einblicken in die vielfältigen Berufsfelder besteht somit auch die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen.

Die Ziele dieser Ringvorlesung sind es, Anhaltspunkte für die Berufsorientierung zu liefern und euch eine Vielfalt an Antwortmöglichkeiten zu eröffnen auf die Frage “Und was macht man damit?”.
Kunst/Geschichte der Ukraine (Vorlesung) Wittekind, Susanne, Univ.-Prof.' Dr.' Rußlands Krieg gegen die Ukraine gefährdet durch Zerstörung, Plünderung und Raub das reiche ukrainische Kunst- und Kulturerbe. Er schränkt massiv die Möglichkeiten der Kunstproduktion wie der kulturellen Selbstvergewisserung und Auseinandersetzung mit der eigenen Kunst und Geschichte in Ausstellungen wie Forschungen ein. Zudem wird eine russisch bzw. sowjetisch geprägte Kunsthistoriographie propagandistisch dazu genutzt, um der Ukraine die nationale Selbständigkeit abzusprechen.
Die Ringvorlesung lädt daher ukrainische und (inter)nationale Fachkolleg:innen ein, in das ukrainische Kunst- und Kulturerbe einzuführen - von der Spätantike bis zur Gegenwartskunst, über Architektur und Buchkunst bis zu zeitgenössischen Filmprojekten. Sie regt an, die Narrative der Kunstgeschichte wie die Rolle künstlerischer Medien mit Blick auf politische Implikationen und Indienstnahmen kritisch zu reflektieren.
Die Ringvorlesung wird hybrid stattfinden, damit einerseits vor Ort die Gelegenheit zum persönlichen (Nach)Gespräch, Austausch und Kennenlernen besteht, andererseits auch Interessierte außerhalb Kölns an den Vorträgen teilnehmen können.
Programm:
12.4. Dr. Kateryna Mikheienko (Kyiv/Köln): Old Rus architectural development and its modern perception
19.4. Dr. Oleksandra Shevluga (Kyiv/Göttingen): Cultural Transfer between the holy German Empire and the Kievan Rus - The psalter of princess Gertrud
26.4. Dr. habil. Natascha Drubek (London, University College)/ Ivan Kozlenko (Kyiv/Amherst College MA): Uncovering Post-Soviet Colonialism in Film: DAU's Production Process in Ukraine
3.5. Prof. Dr. Martin Aust (Bonn): Ukrainische Vergangenheit im ukrainischen, polnischen, sowjetischen und russischen Film
10.5. Kateryna Ray (Kyiv/LWL Münster): Transition - Contemporary Art in Ukraine
17.5. Prof. Dr. Aleksandra Lipinska (Köln): Die Boim-Kapelle in Lwiw (1609-15). Eine Herausforderung des Hybriden
24.5. Dr. Stefaniia Demchuk (Kyiv/Brno): Ukrainian Baroque between history and theory
-Pfingstwoche-
7.6. Yuliia Berdiyarova (Odessa/Köln Museum Ludwig): Ukrainian Modernism
21.6. Dr. Ulrike Schmiegelt (Potsdam): Eine Geschichte von Heiligen und Helden. Das Bildprogramm der Vladimirkathedrale in Kiev
28.6. Dr. Julie Deschepper (Utrecht): Soviet Heritage in (Soviet and Post-Soviet) Ukraine
5.7. Prof. Elena N. Boeck (DePaul University Chicago): St. Sophia in Kyiv and the Problem of Empire.
Zeitgenössische Fotografie: Theorien, Praktiken, Ästhetiken (Seminar) Brons, Franziska, Dr.' Seit ihrer Erfindung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rang die Fotografie um den Status ihrer Bilder nicht nur als neue, technisch verbürgte Dokumente der Wirklichkeit, sondern auch als Kunst. Nachdem die Fotografie unter dem Banner des „Bildmäßigen“ noch in einen Paragone mit der Malerei eingetreten war, wurde sie in der europäischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts (etwa in Praktiken der Collage und Montage) zum Leitmedium, indes um traditionelle Ästhetiken zu dekonstruieren. Und erst in Folge ihres Einsatzes nach der Moderne, zuvorderst in den Strategien des Konzeptualismus, ist die Fotografie ab den 1970er Jahren in einem breiten Spektrum von Formen, Techniken und Formaten zunehmend im Kanon der zeitgenössischen Kunst verankert. Der Kunsthistoriker Michael Fried hat in einem Buchtitel aus dem Jahr 2008 entsprechend sogar die These formuliert, dass die Fotografie als eigenständige Kunstform noch nie so bedeutsam gewesen sei wie heute.
Vor diesem Hintergrund bietet das Seminar eine Einführung in die künstlerische Fotografie seit den 1960er Jahren. Anhand von ausgewählten Fallstudien zu den Werken von Künstler/innen wie Hilla & Bernd Becher und ihren Schüler/innen Thomas Struth, Candida Höfer und Andreas Gursky sowie in Auseinandersetzung mit den fotografischen Praktiken von Hiroshi Sugimoto, Jeff Wall, Josephine Pryde, Thomas Demand, Taryn Simon, Christopher Williams und Wolfgang Tillmans u.a. geht das Seminar der Frage nach, welche divergierenden Ästhetiken, Sujets und Diskurse die Fotografie im Feld der zeitgenössischen Kunst herausgebildet hat. Der Fokus wird dabei auf der Wiederkehr klassischer Genres und Bildfindungen wie etwa dem Portrait, der Architekturstudie, dem Stillleben oder dem Landschaftsbild liegen. Besuche aktueller Ausstellungen in Köln und Umgebung werden Teil des Seminarprogramms sein.
Francis Bacon – Malerei nach Fotografien (Seminar) <N.N.>(N.N. PhilFak), UZK1 Der britische Maler Francis Bacon (1909–1992) ist für seine einzigartige Darstellung der menschlichen Figur, seine verzerrten Porträts und „schreienden“ Päpste berühmt. Dass er sich in seiner Ikonografie gelegentlich auf fotografische Abbildungen bezog ist seit langem bekannt. Die neueste Forschung auf diesem Gebiet zeigt aber, dass die Entlehnung von Figuren, Raumsituationen und sogar Farben eine bewußt angewandte und über sein gesamtes Oeuvre konsistente Arbeitsweise war, die er vermutlich für alle Werke anwandte. Damit ist er in der Geschichte der Malerei jedoch keineswegs allein. Seit der Erfindung der Fotografie im Jahre 1839 arbeiten unzählige Künstler*innen, darunter Edgar Degas, Edvard Munch, Walter Sickert, Gerhard Richter und Jenny Saville, nach vorgefundenen oder selbst angefertigten Fotografien.
Am Beispiel Bacons sollen in diesem Seminar zentrale Aspekte der Malerei nach Fotografien untersucht werden. Der Allgegenwärtigkeit dieser Arbeitsweise entsprechend, werden außerdem weitere ausgewählte Positionen vom 19. Jh. bis in die Gegenwart betrachtet und verglichen. Das Seminar wird mit relevanten kontextuellen Exkursen zur Geschichte der Fotografie und ihrer Beziehung zur bildenden Kunst, deren Einfluß auf die Malerei sowie zu den medienspezifischen Eigenschaften von Malerei und Fotografie gerahmt.
Die Schlösser Brühl als Untersuchungsobjekte denkmalpflegerischer Strategien für Repräsentationsanlagen des Absolutismus (Seminar) Menendez Gonzalez, Nicolas, Dr. Anhand einer kritischen Auseinandersetzung mit Fragestellungen aus der denkmalpflegerischen Praxis werden wir uns einen Überblick über die Instrumente und Strategien einer prospektiven Denkmalpflege verschaffen. Gegenstand der Übung sind die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, die 1984 in die durch die UNESCO geführte Liste des Welterbes aufgenommen wurden. Sie zählen zu den frühesten und besten Beispielen der Rokoko-Architektur im deutschsprachigen Raum. Konzipiert als Residenzen eines Kurfürsten, des Kölner Erzbischofs Clemens August von Bayern (1700-1761), wurden sie im vergangenen Jahrhundert durch den nationalsozialistischen Staat sowie die Bundesrepublik Deutschland als Prestigeobjekte inszeniert. Indessen drängte die Verlegung der Regierungsfunktionen von Bonn nach Berlin die Schlösser bis vor Kurzem an den Rand der staatlichen Agenda. Aktuell wird an der Erstellung eines Managementplans für die Welterbestätte gearbeitet. Im Rahmen dieses konzeptionellen Prozesses verortet sich unsere Veranstaltung.

Die Übung besteht aus zwei Sitzungen und drei Pflichtexkursionen mit Besuchen zu den Schlössern Brühl sowie dem Schloss Benrath.

Keine Vorkenntnisse sind notwendig, jedoch werden eine aktive Teilnahme an den Diskussionen sowie eine selbstständige Arbeitsweise erwartet.
Altniederländische Malerei. Ikonographien, Künstler, Forschungsgeschichten (Seminar) Haug, Henrike, Dr.' Fünf Hauptwerke altniederländischer Malerei – von Robert Campin, Jan van Eyck, Rogier van der Weyden, Hugo van der Goes und Hans Memling –  stehen in Mittelpunkt des Seminars. Gleichberechtigt werden wir fünf Texte diskutieren, die sich, in unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Methoden, mit der Malerei dieser Zeit und Region auseinandergesetzt haben. Ziel dieser Synopse ist es, die Konjunkturen von Forschungsfragen, Veränderungen in den Sichtweisen, Paradigmenwechsel in der fachlichen Diskussion, die Zeitgebundenheit von Werturteilen und Bewertungskriterien zu analysieren und zu diskutieren, wie wir mit den sich stetig aktualisierenden Forschungsständen für unsere eigene kunsthistorische Arbeit umgehen können.
Kunst/Raum/Stadt. Köln und seine Denkmale (Seminar) Haug, Henrike, Dr.'  Das Seminar erforscht Denkmale und Kunstwerke in der Kölner Innenstadt: Jede Stadt ist ein historisch gewachsenes Gebilde, deren Bürger:innen sich über das Narrativ einer verbindenden Vergangenheit und über geteilte Wertvorstellungen als Gemeinschaft begreifen. Um diese integrative Erinnerungskultur zu erschaffen, zu pflegen und zu steuern werden bewusst besondere Orte und besonderen Zeiten durch Denkmale ausgewiesen oder durch Kunstwerke hervorgehoben. Das Seminar diskutiert – ausgehend von den durch die Teilnehmer:innen selbst gewählten Beispielen der „Kunst im öffentlichen Raum“ –  die Denkmal- und Kunstpolitik Kölns.
Heilige Körper – oder wie ein Floh zur Reliquie werden kann (Seminar) Borgers, Kathrin Im Seminar werden künstlerische Kontexte von heiligen Körpern im späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit erörtert. Dabei werden wir uns zunächst mit dem Umgang und der Gestaltung von Reliquien beschäftigen. Auch Körperabdrücke und Abgüsse von heiligen Körpern werden in den Fokus gerückt, um an diesen Objekten Fragen nach Berührung, Originalität und künstlerischer Bearbeitung zu besprechen, die die Grenze zwischen künstlerischem und heiligem Objekt verschwimmen lassen. Als dritte Kategorie werden Körperbilder besprochen, die Theorien von Heiligkeit im Bild thematisieren und somit theologische Diskurse des Mittelalters und der Frühen Neuzeit aufgreifen und visualisieren. Diese Diskussionen lassen sich mit den Konzepten der Inkarnation und der Bildwerdung Gottes verbinden, die letztlich als Grundlage der Darstellbarkeit von Heiligkeit verstanden werden können.
Anhand von vielfältigen Beispielen aus den genannten Kategorien werden wir uns mit der Frage beschäftigen, wie sich die Wirksamkeit heiliger Körper in Bilder übertragen lassen und inwieweit Berührung, Materialität und ein gewisses künstlerisches Framing eine Rolle bei der Beschäftigung mit heiligen Körpern im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit spielen.
„Gartenlust und Gartenzierd“ – Zwischen Ornamentik, Skulptur und springenden Wassern (Seminar) Mävers-Persch, Sophie-Luise, Dr.' Das Lustwandeln durch Gartenanlagen der Frühen Neuzeit war stets zwischen Repräsentation und botanischer Neugierde, zwischen Rekreation und Kontemplation sowie zwischen Lust, Nutzen und Wissenschaft zu verorten. Die Gartenanlagen wiesen dabei häufig ein festes ikonographisches Programm auf – so springt etwa aus dem Busen der Nymphe Wasser empor, Aktäon thront über dem Brunnen und blickt über gestaltete Beetornamente und Exotika hinweg über verzierte Laubengänge zu einem Boskett, das Tiere beherbergt, die in Form von Kleinbronzen in der Grotte und in den Fresken des Lusthauses thematisch aufgegriffen werden.
Wie erschließt die Kunstgeschichte historische Gärten, die nur noch in Bild- oder Schriftform dokumentiert sind, die nach den Bedürfnissen der heutigen Zeit umgeformt wurden oder womöglich gar nicht mehr existieren? Und mit welcher Methodik lässt sich das Formenrepertoire der Gartenkünste analysieren? Mit diesen Fragen möchte sich das Seminar dem Thema der „Gartenlust und Gartenzierd“ annähern, das innerhalb der Kunstgeschichte nicht zuletzt als Gattungsdiskurs Konjunktur hat. Dabei werden die epochenspezifischen Gestaltungsmerkmale historischer Gärten anhand von schriftlichen (archivalischen) und bildlichen Quellen analysiert. Ebenso ist der in der jeweiligen Zeit virulente theoretische Diskurs über die Gartengestaltung Bestandteil der Sitzungen. Die Auseinandersetzung mit Gärten wie dem hortus conclusus des Mittelalters, den fürstlichen Renaissancegärten, den symmetrisch angelegten Barockgärten bis hin zu den überformten englischen Landschaftsgärten soll somit die Möglichkeit geben, Gestaltungselemente zeitlich einzuordnen, die Strömungen aus Italien, Frankreich und England zu differenzieren und den kunsthistorischen Umgang mit der Gartenkunst zu reflektieren.
Puppe/Mannequin/Sosie: Auf den Spuren einer paradigmatischen Figur der Moderne (Seminar) Scharmann, Bianka-Isabell Zwei Frauen, eine blond, die andere brünett, sitzen mit dem Rücken angelehnt an eine Wand auf dem Boden, die Beine von sich gestreckt, ihre Arme hängen anfangs seitlich herunter. Die Zuschauenden blicken in ausdruckslose Gesichter. Sobald eine der beiden eine Gliedmaße hebt, quietscht und knirscht es: Der Soundeffekt gibt den menschlichen Körpern einen künstlichen ‚Anstrich‘. Puppen, die lebendig geworden sind oder Frauen, die zu Puppen werden? Marie I (brünett, Jitka Cerhová) und Marie II (blond, Ivana Karbanová) sind die Protagonistinnen in Vera Chytilovas „Daisies“ (CZ: Sedmikrásky, 1966), einem Film der Tschechischen New Wave. „Daisies“ demontiert die ideale Weiblichkeit und nutzt die Metapher der Puppe als widerständige Figur, mit der stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit in ihrer Konstruiertheit ausgestellt werden.

Puppen finden sich über Kulturkreise und Zeiten hinweg in ganz unterschiedlichen Funktionen: Gliederpuppe, Wachsmodell, Vodoo-Puppe, Barbie, Automatenmenschen, Marionette, Mannequin, etc. – Puppen sind mehr als (Kinder-)Spielzeug.

Mit einem Schwerpunkt auf der visuellen Kultur der Moderne, interessiert sich das Seminar für die künstlerischen, ästhetisch-theoretischen, medialen, und epistemologischen Diskurse, die über die Figur der Puppe verhandelt werden. Wie mittels „Daisies“ veranschaulicht, nimmt das Seminar eine dezidiert kritische Perspektive ein, und setzt sich zum Ziel, das subversive, widerständige Potenzial der Puppe auszuloten.

Es gibt die Möglichkeit, einige der vorzubereitenden Filme gemeinsam am Dienstagabend (17:45-19:30 Uhr) zu sichten. Weitere Informationen folgen in der ersten konstituierenden Sitzung.
Subjektidentität, Körperkunst und modifizierte Körper (Seminar) Dörstel, Wilfried, Dr. zur Zeit nicht verfügbar
Anti-Digitalität (Lektüreseminar) (Seminar) Hildebrandt, Dirk, Dr. Die Digitalisierung der Kunst und ihrer Geschichte ist in vollem Gange. Umso mehr scheint es uns notwendig, nach der Kunst und ihren Berührungspunkten mit dem Digitalen zu fragen; und dabei über die Dimension des bloß Technischen hinauszugehen. Um zu einer angemessenen Einschätzung seiner Wirkungen kommen zu können, muss das Verhältnis von Kunst und Digitalität vor einem gesamtgesellschaftlichen Horizont betrachtet werden. Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass es zu kurz greift, das Digitale als einen utopischen und zukunftsorientierten Raum zu romantisieren – immerhin droht es immer auch mit der Durchdringung und Zersetzung unserer Vergangenheit und Gegenwart. Im Lektüreseminar wollen wir uns eingehend mit den zuletzt immer zahlreicher werdenden Theorien auseinandersetzen, die die negativen, mithin dystopischen Szenarien aufzeigen, die der Prozess der Digitalisierung mit sich gebracht hat. Die ausgewählten Texte beschäftigen sich mit Ökologie und Ökonomie, dem Aufbau monopolistischer Regime und neuen Kolonialisierungssystemen sowie Kontroll- und Disziplinierungsmechanismen. Bestimmend ist für uns die Frage, welche Funktion der Kunst vor dem Hintergrund der in der Literatur angenommenen, universellen Alternativlosigkeit des Digitalen zukommen kann.

Die Lehrveranstaltung ist als (!!!) Kooperationsveranstaltung (!!!) geplant: Im Horizont des Themas, so unsere Überzeugung, müssen Kunst und Kunstgeschichte zusammengedacht, sollen Studierende der KÖLNER KUNSTGESCHICHTE und der KUNSTAKADEMIE MÜNSTER in einen produktiven Dialog gebracht werden!
Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 25 Plätze begrenzt!
Die Lehrveranstaltung findet als Blockseminar, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden statt:
1. Block: 01./02.07., 10:00–18:00 Uhr (Kunstakademie Münster);
2. Block: 08./09.07., 10:00–18:00 Uhr (Universität zu Köln)
Wichtig: Vorbesprechung (via Zoom [Link wird per Email versendet]): 21.04., 12:00–14:00 Uhr.
Neues Bauen im Rheinland und die europäischen Avantgarden (Seminar) Treichler, Anselm  In dem Seminar wird die Konstituierung der Architektur des Neuen Bauens im Kontext der europäischen Avantgardebewegungen untersucht. Bereits auf der Kölner Werkbundausstellung treffen unterschiedliche Architekturkonzepte und Bauformen aufeinander und bilden einen entscheidenden Schritt für die Architektur der Moderne.
Die Moderne ist durch Innovationen, Krisen, Spaltungen und Aufbrüche gekennzeichnet und durchzieht die Architektur, Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Ohne die Berücksichtigung dieser tiefen Verflechtungen, die weit über europäischen Grenzen hinausreichen, ist die Entwicklung des Neuen Bauens nicht zu verstehen. Insbesondere unter den Architekt*innen wird der übergreifende Ansatz erkennbar, nicht nur die Architektur, sondern auch die Gesellschaft verändern zu wollen. Zentrale Themen sind der Wohnungsbau, das Hochhaus, neue Materialien und Konstruktionen sowie die Gestaltung. In dem Seminar werden bekannte und unbekannte Gebäude, Entwürfe und Projekte des Neuen Bauens im Rheinland untersucht und mit Bauwerken in Deutschland, Europa und Amerika in Beziehung gesetzt.
Mittelalterliche Tragaltäre – Forschungsperspektiven auf eine Gruppe mobiler Objekte für die Liturgie (Seminar) Fahrnbauer, Hannes Am Beispiel der mittelalterlichen Objektgruppe der Tragaltäre sollen unterschiedliche Fragestellungen und Methoden des Faches Kunstgeschichte vorgestellt und angewandt werden.Die kleinen, mobilen Objekte für die Eucharistiefeier weisen mitunter ein komplexes Bild- und Inschriftenprogramm auf, das sich auf ihre liturgische Funktion, ihre Auftraggeber:innen und enthaltenen Reliquien bezieht.Voraussetzung für ihre liturgische Verwendung – in und außerhalb eines Kirchengebäudes – wurde, dass die Objekte über einen Altarstein verfügten sowie von einem Priester/Bischof gesalbt und gesegnet wurden.Anhand ausgewählter Realien und zeitgenössischer Schrift- und Bildzeugnisse möchte das Seminar einen Einblick in diese facettenreiche Objektgruppe vermitteln. Zum einen soll in unterschiedliche kunsthistorische Herangehensweisen (wie Stilanalyse, Ikonographie, Rezeptionsästhetik) eingeführt und die Anwendbarkeit moderner Objektkategorien und Funktionszuschreibungen (wie Altar, Reliquiar und Reliquienbehältnis) diskutiert werden. Zum anderen soll von den Objekten ausgehend nach mittelalterlichen Definitionen von Kultort und sakralem Raum, Eucharistieverständnis, Auftraggeberschaft und Memorialwesen (rituelles Totengedenken, Seelenheil) gefragt werden. Anknüpfend an neuere Forschungsinteressen werden Sicht- und Lesbarkeit als gestalterische Absichten (SFB 933 Materiale Textkulturen) infrage gestellt und die gemusterten Unterseiten in die Betrachtung der Tragaltäre miteinbezogen (Kristin Böse). Im Rahmen des Seminars finden Übungen vor Originalen im Museum Schnütgen und Diözesanmuseum Kolumba statt.
Die Moderne Gestalten: Kunst, Design und Architektur am Bauhaus (Blockveranstaltung) Brons, Franziska, Dr.' Wie keine andere Institution des 20. Jahrhunderts ist das 1919 von Walter Gropius in Weimar etablierte und 1925 nach Dessau übergesiedelte Bauhaus synonym für die Gestaltung einer Moderne, in welcher Kunst, Handwerk und Technologie, Funktion und Form eine neue Verbindung eingehen sollten. Die Bilder, Gebäude und Produkte der Kunsthochschule sind bis heute ebenso prägend für die ästhetischen Aspirationen und lebensreformerischen Utopien der Avantgarden wie für den Alltag von Wohnen, Architektur und Design.
Das Seminar hat zum einen das Ziel, die wechselhafte Geschichte des Bauhaus von seinen eher expressionistischen Anfängen bis zu seiner Schließung durch die Nationalsozialisten 1933 zu verfolgen, seine pädagogischen Grundlagen (insbesondere im sog. Vorkurs) wie auch das Leben an der Schule (etwa anhand der berühmten Feste) in den Blick zunehmen. Andererseits werden Konzepte und Werke ausgewählter ProtagonistInnen wie Gropius, Marcel Breuer, Oskar Schlemmer, Marianne Brandt, Johannes Itten, Lucia Moholy, László Moholy-Nagy und Gunta Stölzl vertiefend diskutiert. Dabei liegen Schwerpunkte insbesondere auf dem ikonischen Hauptgebäude in Dessau, den vielfältigen Vorstellungen zum Neuen Bauen und Wohnen (wie sie auch in Filmen dokumentiert sind sowie in der Ausstellung im/des Haus am Horn), der interdisziplinären Bühnenwerkstatt und ihrer Performances, der Künstlerinnen vorbehaltenen Weberei und der Frage nach Gender und textilen Medien, der Ökonomie der für Gebrauchsgegenstände aller Art relevanten Metallwerkstatt, den stilprägenden Möbeln (etwa von Breuer) und Spielzeugen (von Alma Siedhoff-Buscher), der Buchgestaltung und Typografie sowie den Experimenten mit der Fotografie. Auch die globale Rezeption des Bauhaus und seine veränderten Prämissen, Praktiken und Projekte in der Nachkriegszeit (etwa am New Bauhaus in Chicago oder an der Ulmer Hochschule für Gestaltung) werden schlaglichtartig Gegenstände der Seminardiskussionen sein. Schließlich soll die Gegenwart des Bauhaus nicht zuletzt im Hinblick auf die Rekonstruktion eines Dessauer Meisterhauses diskutiert werden.
Basiskurs Architektur (mit Tutorium) (Seminar) Guth, Miriam Dieses Seminar zielt darauf ab, den TeilnehmerInnen das Grundwissen der Architekturgeschichte zu vermitteln. Die verschiedenen Teilmodule bieten eine Art Kompass, der dazu dient, sich zwischen den Architekturphänomenen und -epochen zurechtzufinden. Materialien und Bauelemente werden analysiert, Grundrisse gelesen, Fassaden beschrieben, Fachbegriffe erläutert, stilistische Eigenschaften erkannt und
verschiedene Ansätze der Architekturgeschichte näher erläutert. Neben der Beschreibung der Bauformen soll so die Fähigkeit vermittelt werden, Architektur zu lesen; der Beobachtungsgeist wird also geschärft. Die Teilmodule (Materialien, Bauelemente, Begriffe, Typologien, Chronologie, Terminologie, Methodologie) bieten ein stabiles Gerüst für eine bewusste Auseinandersetzung mit Architekturgeschichte und -theorie.
Dieser Einführungskurs richtet sich an Bachelor-Studierende, die keine oder wenig Vorkenntnisse im Fachbereich Architektur haben.
Die Pop Art in Deutschland und Europa. Netzwerke zur Verbreitung und Etablierung der Pop Art in den 1960er Jahren (Übung) Jacobs van Renswou, Brigitte Gertrud  Mit ihren vermeintlich trivialen Motiven aus Alltagskultur und Werbung, mit Bildern z. B. von Konservendosen, Coca-Cola-Flaschen, Zigaretten oder von Comic-Strips, Pin ups und Superstars wie Marilyn Monroe oder Elvis Presley wurde die Pop Art von Warhol, Lichtenstein, Oldenburg oder Wesselmann zu einer der populärsten Kunstströmungen der Nachkriegszeit. Ausgehend von Großbritannien und den USA erreichte die neue Kunstrichtung ab Ende der 1950er Jahre Europa und Deutschland.

Seit 1967 wurden Werke der Pop Art auf der Kunstmesse in Köln, dem Kunstmarkt Köln angeboten und einem breiten Publikum präsentiert. Galeristi:innen und Sammler:innen aus Deutschland wie z.B. Peter Ludwig, Rudolf Zwirner oder Wolfgang Hahn reisten nach New York und kauften die Arbeiten dort direkt aus den Ateliers oder den einschlägigen Galerien. Die einzigartige Sammlung von Pop Art-Werken von Peter und Irene Ludwig wurde zum Fundament für die Gründung des Museum Ludwig in Köln.

Die Übung bietet einen Einblick in die transatlantischen Netzwerke und deren Vermittler:innen zur Etablierung der Pop Art in Deutschland sowie die Auswirkungen auf den Kunstmarkt der 1960er Jahre. Dabei soll den folgenden Fragen nachgegangen werden: Welche Faktoren waren für den Erfolg der Pop Art in Deutschland und Europa verantwortlich? Was macht die Wirksamkeit ihrer weltweiten Popularität und Verbreitung aus? Welche Netzwerke und Akteur:innen haben der Pop Art in Deutschland zum Erfolg verholfen? Wie wurde diese neue Kunstrichtung rezipiert?
Exemplarische Archivalien aus den Beständen des ZADIK wie Korrespondenzen, Presse-, Bild-, Ton- und Filmdokumente sollen in Kleingruppen gesichtet und analysiert werden.

Durch die Vermittlung grundlegender Kompetenzen kunsthistorischer Quellenarbeit bietet die Übung einen hohen Praxisbezug und einen Einblick in die komplexe Arbeit im Archiv.
Die Übung findet vor Ort in den Räumen des ZADIK (Im Mediapark 7, Köln) statt.
Technologie, Konservierung und Restaurierung von Gemälden des Spätmittelalters bis zum frühen 20. Jahrhundert (Hälfte der Übung in Präsenz vor Ort) (Übung) Schaefer, Iris Die erste Hälfte der Veranstaltung besteht aus bildreichen Vorträgen, in denen nach einer Einführung zunächst Malmaterialien und Techniken im chronologischen Entstehungsprozess der Staffeleimalerei vorgestellt werden. Einen zweiten Schwerpunkt bilden Darstellungen von Prozessen der Alterung und Veränderung sowie Schäden an Gemälden. Die aufgezeigten Phänomene bilden grundlegende Voraussetzung für das Verständnis historischer und moderner Verfahren der Restaurierung und der (präventiven) Konservierung. Nach Einblicken in die wichtigsten Behandlungsmethoden werden wichtige Aspekte der Restaurierungsgeschichte und -ethik thematisiert. Die anschließende Vorstellung moderner Methoden der Gemäldeuntersuchung (u.a. Stereomikroskopie, Infrarotreflektographie, UV-Fluoreszenz, Röntgen, Dendrochronologie sowie invasive Analyseverfahren an Bildschichtproben) soll zeigen, wie Informationen über das Original und seinen Erhaltungszustand gewonnen und interpretiert werden können. Die zweite Hälfte der Übung findet jeweils vor Originalen im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud statt. Aufgabe der TeilnehmerInnen wird es sein, die auf der Basis der vorangegangenen Veranstaltungen erworbenen Kenntnisse oder aber auch gezielte Fragen vor ausgewählten Gemälden darzustellen. Eine abschließende Veranstaltung (sofern möglich, in 105 Hörsaal E) dient der Zusammenfassung und Diskussion der vermittelten Inhalte.
Workshop Denkmalpflege. Eine Einführung in die Berufspraxis der Denkmalpflege (Übung) Euskirchen, Claudia, Dr.' Das Bauwerk selbst liefert als Primärquelle entscheidende Informationen zu architekturhistorischen Fragestellungen. Diese Hinweise erschließen sich u.a. aus Einzelformen und Gesamtgefüge, Materialien und deren Bearbeitung sowie aus Brüchen, Fehlstellen und Störungen. Allein aus der Betrachtung des Dokuments und seines Wirkungsraumes ergeben sich ohne Kenntnis von Sekundärquellen zuverlässige Nachrichten zu Geschichte, Entstehungszeit, Entwicklung und Veränderung. Das Lesen der Primärquelle setzt dabei die Fähigkeit der „Decodierung“ voraus sowie den sicheren Umgang mit Begriffen und Fachtermini, um Erkenntnisse zu kommunizieren und damit erst wissenschaftsfähig zu machen. Diese Fähigkeit kann auf dem Weg der Übung erworben werden. Hierzu sollen die im Rahmen der Blockveranstaltung angebotene Einführung und die beiden Begehungen bzw. Tagesexkursionen (innerhalb des Kölner Stadtgebietes sowie nach Pulheim-Brauweiler, ehem. Abteigebäude) dienen.

Die Teilnahme an den beiden Tagesexkursionen ist unabhängig von der Teilnahme an den Sitzungen im Institut nicht sinnvoll und daher nicht möglich. Es wird gebeten, von Nachfragen hinsichtlich Ausnahmeregelungen abzusehen.
Workshop zur Praxis der Denkmalpflege und Bauforschung - Architektur beschreiben (Übung) Heinzelmann, Dorothee, Dr.' Erst die Kenntnis des Entstehungsprozesses, späterer Veränderungen oder bautechnischer Details eines Bauwerks ermöglicht eine denkmalgerechte Planung. Die Teilnehmer*innen der Übung lernen bei der Untersuchung von Baudenkmälern in der Umgebung von Köln Methoden der historischen Bauforschung und der Dokumentation kennen und erhalten Einblick in Aufgabenbereiche und aktuelle Fragestellungen der praktischen Denkmalpflege.
Im Rahmen des Workshops werden Bauaufnahmen erstellt, die als Grundlage für die Analyse und Interpretation der Baubefunde dienen. Die Ergebnisse der Bauuntersuchungen werden in Form eines Raumbuchs und eines Abschlussberichts aufgearbeitet.
Die Übung setzt sich aus einer Einführungssitzung an der Abteilung Architekturgeschichte (12.4.2023) sowie drei Tagen zur praktischen Arbeit vor Ort (8.-10.6.2023) zusammen.
Wir Viktorianer*innen: Visuelle Kultur, Fotografie und Kunst in England 1800 – 1900 (Hauptseminar) Brons, Franziska, Dr.' Das sogenannte „Viktorianische Zeitalter“ (1837 – 1901) bezeichnet nicht nur die lange Regentschaft Queen Victorias, sondern markiert die Phase in der Geschichte Großbritanniens und der kolonialen Expansion des Empire, in der es im Zeichen der industriellen Revolution zu einem intensiven Modernisierungsprozess kam, der ausgehend von Innovationen wie Elektrifizierung, Eisenbahn und Telegraphie auch zu einschneidenden Veränderung etwa im Presse- und Verlagswesen, der Freizeitkultur, dem Ausstellungsgeschehen und in der allgemeinen Bildproduktion der Epoche führte. Mit Schwerpunkten auf Fotografie, Malerei, Gestaltung, Architektur und Handwerk ist das Seminar jenen Praktiken, Ästhetiken und (Kultur-)Techniken gewidmet, welche der visuellen Kultur des 19. Jahrhunderts Kontur verliehen.
So werden die unterschiedlichen (proto-)fotografischen Verfahren, Bildfindungen und Aspirationen von Anna Atkins, Julia Margaret Cameron und P.H. Emerson, aber auch der Literaten Lewis Caroll und Arthur Conan Doyle ebenso Gegenstände der Seminardiskussionen sein wie die fotografischen (Selbst-)Inszenierungen der Queen und die medialen Praxisformen der viktorianischen Wissenschaften (etwa der Astronomie). Neben den späten Bildern von William Turner, die als Registraturen einer Modernisierung des Sehens verstanden wurden, stehen die anti-akademischen Impulse der präraffaelitischen Malerei, deren sozialreformerischen Ideale etwa auch anhand der Schriften von John Ruskin rekonstruiert werden können, im Zentrum. Entsprechend sind auch die (Stoff-)Designs und Ideen von William Moris und des Arts and Crafts Movements Themen der Lehrveranstaltung. Darüber hinaus sollen zum Teil als ästhetizistische Gesamtkunstwerke konzipierte Gebäude wie „A la Ronde“, Leighton House und das Atelierwohnhaus des Malers Lawrence Alma Tadema behandelt werden. Unter gendertheoretischen Gesichtspunkten werden vor allem die immense Popularität von Scherenschnitten, Sammelalben („scrapbooks“), dekorativen Handarbeiten und Herbarien von Interesse sein. In der Zusammenschau dieser Phänomene und Debatten bietet das Seminar eine vertiefende Einführung in die moderne Kunst- und Bildgeschichte Großbritanniens.
Niederländische Kunst und Künstler in Köln (Hauptseminar) Lipinska, Aleksandra, Priv.-Doz.' Dr.' Durch ihre Lage dazu prädestiniert stand Köln in der Vormoderne in einem engen künstlerischen Austausch mit den Kunstzentren in den Niederlanden. Die mächtige und reiche Stadt war sowohl Abnehmer der in dem Nachbarland produzierten Kunst als auch oft Zielort der Wanderung der niederländischen Künstler:innen. Insbesondere während des Achtzigjährigen Krieges (1568-1648) war die Stadt ein wichtiger Zufluchtsort für Religionsflüchtlinge aus den Niederlanden, unter denen Künstler:innen eine wichtige und kulturell bedeutende Gruppe darstellten. In dem Seminar werden die aus den Niederlanden stammenden Kunstwerke, die vor Ort in Köln vorhanden sind sowie die hier tätigen niederländischen Künstler untersucht. Dabei wird die Rolle ihrer Förderer sowie die allgemeinen (politischen, wirtschaftlichen, konfessionellen, kulturellen) Bedingungen dieses künstlerischen Austausches thematisiert.
Der Heribertschrein – Material, Technik, Bedeutung (Hauptseminar) Haug, Henrike, Dr.' Der Heribertschrein in der Deutzer Kirche St. Heribert gehört zu den großen und berühmten Werken der romanischen Goldschmiedekunst vom Ende des 12. Jahrhunderts. In  unserem Hauptseminar diskutieren wir die kunsthistorische Forschungsliteratur und erarbeiten gemeinsam einen exemplarischen Text, um das dort vorliegende Wissen für eine breite Öffentlichkeit in einem Artikel in der Wikipedia zu präsentieren. Das Seminar kann dabei auf den Vorarbeiten von kuwiki, der Arbeitsgemeinschaft Kunstwissenschaften + Wikipedia aufbauen (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Arbeitsgemeinschaft_Kunstwissenschaften_%2B_Wikipedia/Living_handbook) und wird sich mit den Wikipedianer:innen vom Lokal K (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Lokal_K) austauschen.
Homer-Rezeption, besonders im 20. Jahrhundert (Hauptseminar) Greub, Thierry, Dr. Das als Blockveranstaltung angebotene Hauptseminar widmet sich der Homer-Rezeption in der Kunst, vornehmlich im 20. Jahrhundert. Anlass dazu ist die 2022 erschienene Publikation des umfangreichen Kolloquiumsbandes Space Oddities: Die homerischen Irrfahrten in Bildkünsten und Populärkultur 1800–2021 (Europa – USA – Südamerika), hrsg. von Katrin Dolle und Semjon Aron Dreiling.
Was interessiert moderne Künstler*innen an einem mehr als 2700 Jahre alten Stoff? Wie werden die Homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, unterschiedlich medialisiert, rezipiert und interpretiert? Welche Themen werden zu welcher Zeit behandelt und in welcher Stilhöhe? Wie wandelt sich das Verständnis der Epen, etwa bei Honoré Daumier, Max Slevogt, Max Beckmann, Barnett Newman, Romare Bearden oder Cy Twombly? Dabei kann die Rezeption Homers auch im Film (etwa bei Jean-Luc Godard, Stanley Kubrick, Mike Leigh oder den Cohen Brothers) sowie in der Populärkultur wie dem Comix oder Filmserien thematisiert werden. – Vorausgesetzt wird die Übernahme eines Referates.
Schlesien eine Kunstlandschaft zwischen West und Ost (mit Exkursion) (Hauptseminar) Lipinska, Aleksandra, Priv.-Doz.' Dr.' Heute im westlichen Polen gelegen erlebte die Region Schlesien in ihrer langen Geschichte mehrere Grenzverschiebungen und wechselnde Staatszugehörigkeiten (zum Königreich Polen, Königreich Böhmen, HRR, Königreich Preußen) was zur Herausbildung einer Transferkultur par excellence beigetragen hat. Gelegen günstig an der Kreuzung von wichtigen Handelsrouten, stellte Schlesien oft ein Einwanderungsziel für fremde Künstler und eine Kontaktzone, wo sie Auftraggeber begegnen konnten. Diese Kulturlandschaft zeichnet sich durch eine Multiethnizität und -konfessionalität aus, die dortige vielfältige Kunst geprägt haben. Schlesien als Ort des gemeinsamen Kulturerbes der Polen, Deutschen, Tschechen und Juden ist auch ein Ort an dem die Fragen der kulturellen Identität und der Verantwortlichkeit für das europäische Kulturerbe kritisch diskutiert werden kann.
In dem Seminar wird epochenübergreifend (mit dem Schwerpunkt auf die Vormoderne) das Kunsterbe Schlesiens vor dem Hintergrund der politischen, konfessionellen und wirtschaftlichen Entwicklungen dieser Region diskutiert. Es werden dabei die charakteristischen Kunstentwicklungen, herausragende Kunstpersönlichkeiten sowie Kunst- und Architekturdenkmäler untersucht. Einen integralen Bestandteil des Seminars stellt eine Exkursion (voraussichtlich am 11-16.09.2023), die nach Hauptstadt Schlesiens Breslau (Wroclaw) um die umliegende Region führen wird.
Masterseminar als Blockveranstaltung: Reform, Art, Economy, and Politics. The Rise of Romanesque Art in Southern France and the Pyrenees (10.-14.Juli 2023 - dt./engl.) (Hauptseminar) Wittekind, Susanne, Univ.-Prof.' Dr.' The emergence of so many large and richly decorated Romanesque church buildings since the end of the 11th century in southern France and northern Spain is often associated with the attraction of Santiago de Compostela as a pilgrimage destination: Pilgrims, it is assumed, brought income to the churches and promoted supra-regional exchange. This explanation does not apply to the Pyrenean churches off the pilgrimage routes. For Conques, Pentcheva can show on the basis of the cartulary that the building financing rested mainly on the support of clerical and (high) noble patrons who were connected with the church reform movement. The count families of the Pyrenean region were traditionally closely networked with ecclesiastical institutions as church owners (Eigenkirchenwesen). Through successful diplomacy and war campaigns with and against neighbouring Islamic kingdoms (taifas), in the 11th/12th century they obtained large revenues through booty and tributes. These flowed into numerous church buildings and their artistic decoration (as consecration documents and wills show). Close family and ecclesiastical connections strengthened the influence of the southern French church reform movement in parts of this region from the middle of the 11th century onwards, while other parts as the Val d’Aran and Val de Boí remained free from episcopal control. Together we will investigate how ecclesiastical and secular patrons inscribed themselves as donors in the construction and decoration of their churches, how the bringing of gifts for the church is thematised in painting, sculpture and treasure art, how spiritual reform concerns and the fight against enemies is expressed, and how local identity is stimulated.
Mittelalterliche Schätze und ihre Präsentation (Hauptseminar) Wittekind, Susanne, Univ.-Prof.' Dr.' Als Schätze bezeichnen wir kostbare Dinge, deren Wert sich aus ihrem edlen Material und besonders kunstfertiger Verarbeitung ergibt und ihnen damit einen besonderen Status verleiht. Um sie zu schützen, wurden sie früher unter Verschluß sicher verwahrt und nur selten benutzt und gezeigt. Heute hingegen werden sie als Glanz- und Schaustücke in musealen Sammlungen präsentiert. Vor dem Hintergrund der viel umfangreicheren Bestände, die in älterer Schatzinventaren genannt sind, ist jeweils zu überlegen, warum gerade diese Objekte bewahrt und überliefert wurden, sind Engpässe und Chancen der Überlieferung zu diskutieren. Verschiedene Schatzkammern in NRW aufzusuchen gibt uns zum einen Gelegenheit, die einzelnen Objekte vor Ort im Original von nahem zu betrachten und zu analysieren, Materialien und Herstellungstechniken zu erschließen, räumliche und Licht-Effekte zu beobachten. Zum anderen dienen die Besuche vor Ort dazu, gemeinsam darüber nachzudenken, welche Implikationen und Wirkung die jeweilige Präsentationsform für die Wahrnehmung und Deutung der Kunstwerke hat – als Einzelstück mit Lichtspot aus dem Dunkel hervorschwebend, zusammen mit Objekten ähnlicher Form oder desselben Materials zur vergleichenden Betrachtung ausgelegt, als Ensemble mit Referenz auf Funktionszusammenhänge nacherlebbar gemacht, durch kuratorische oder künstlerische Interventionen neu kontextualisiert etc. Wie werden Beziehungen zwischen Objekten im Raum hervorgerufen, welche ‚Geschichten‘ werden mit den Kunstwerken erzählt, welche Informationen und Zusammenhänge textlich/medial beigegeben, welche Rolle spielt der historische Ort? Und welche anderen, neuen Geschichten könnte man mit den Objekten erzählen?
Nach zwei einführenden Sitzungen im Kunsthistorischen Institut am 12.4. und 19.4. wird die Veranstaltung an Wochenend-Terminen nach Absprache in Kirchenschätzen vor Ort stattfinden, d.h. in Aachen, Mönchengladbach, Essen, Xanten, Osnabrück, Paderborn und Minden. Alle Orte sind mit dem Semesterticket kostenlos zu erreichen. Die Veranstaltung kann auch als 5-tägige ‚große‘ Exkursion angerechnet werden.
Recycling, Second Hand und Reframing – Wiederverwendung von Textilien in Schatzkunstobjekten und Paramenten (Hauptseminar) Seeberg, Stefanie, Dr.' Recycling und Second Hand sind zentrale Schlagworte im aktuellen Umgang mit Textilien. Die Wiederverwendung von Textilien hat jedoch eine lange Tradition, die in dieser Veranstaltung für Mittelalter und Früher Neuzeit genauer beleuchtet wird. Textile Rohmaterialien, besonders Seide und Fäden aus Edelmetallen waren äußerst kostbar, umso mehr die in Handarbeit unter großem Zeitaufwand und mit oft geheimgehaltenem Spezialwissen gefertigten textilen Artefakte. Entsprechend wurden textile Objekte wie Gewebe oder Stickereien für die Raumausstattung und Kleidungsstücke weiterverwendet, umgearbeitet und neu eingesetzt. Für die kunsthistorische Forschung sind in diesem Zusammenhang auch gattungsübergreifend Schatzkunstobjekte und Paramente besonders aufschlussreich. Vor allem im sakralen Bereich sind zahlreiche Objekte wie Reliquiare, Bucheinbände und liturgische Kleidung erhalten. An ausgewählten Beispielen werden wir untersuchen, inwiefern einerseits ökonomische Gründe und andererseits ideologische und inhaltliche Aspekte ausschlaggebend für die Weiterverwendung historischer Textilien waren. Im Vergleich mit Objekten aus anderen Gattungen werden Begriffe und Anwendungen wie Reframing und Reuse, Bricolage und Fragmentierung für Textilien diskutiert.
Film und / als Kunst in der Weimarer Republik (Hauptseminar) Köhler, Kristina Michaela, Jun.-Prof.' Dr.' Die 1920er Jahre markieren (nicht nur) in Deutschland eine Phase, in der Filme zunehmend als Kunst produziert, geschaut und beschrieben werden. Bildende Künstler*innen interessieren sich für den Film; Filmschaffende der Zeit sind künstlerisch oder kunsthistorisch geschult und es entstehen filmtheoretische Schriften, die die ästhetischen Spezifika des Films über Vergleiche mit etablierten Künsten und im Vokabular der klassischen Ästhetik zu beschreiben suchen. Die Idee vom Film als Kunst formuliert sich schließlich auch in den Filmen selbst – etwa, wenn diese in Sujets, Bildkomposition und Lichtdramaturgie an klassische Genres der Kunstgeschichte anknüpfen, oder auch ganz dezidiert Konzepte moderner, etwa abstrakter Kunst vorantreiben.

Ziel des Hauptseminars ist es, Filme aus der Zeit der Weimarer Republik (1918 und 1933) aus den ästhetischen Netzwerken ihrer Zeit zu befragen. So gehen wir im Seminar Wechselwirkungen und Berührungspunkten zwischen Film, Malerei, Fotografie und Bühnenkünsten nach und fragen, wie zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Medien ähnliche Motive, Topoi und ästhetische Verfahren erprobt wurden (Expressionismus; Abstraktion und Nicht-Gegenständlichkeit; Collage und Montage; Sozialrealismus und neue Sachlichkeit). Dabei gilt es, die sich an diesen Schnittstellen artikulierenden Begriffen von „Kunst“ und „Moderne“ stets auch kritisch zu hinterfragen. Leitend für das Hauptseminar ist daher nicht die Frage „Kann Film Kunst sein?“; sondern vielmehr: Was sind das für Vorstellungen von „Kunst“, die in den filmtheoretischen Debatten der Zeit aufgerufen werden? Welche Konzepte des „Modernen“ – nicht nur als ästhetische, sondern auch als technische, reformerische und soziale Kategorie – lassen sich ausgehend vom Kino für die Kunst und visuelle Kultur der 1920er Jahre herauspräparieren? Und inwiefern verschieben sich diese Vorstellungen von „Kunst“ und „Moderne“ mit und durch das Kino? Diese und weitere Fragen diskutieren wir an einem Korpus von Filmen, Fotografien, Gemälden sowie an einer Reihe historischer Quellen (Filmplakate, Aufführungsberichte, Filmkritiken, Zensurbescheide etc.).

Bitte planen Sie Zeit für die gemeinsamen Filmsichtungen ein, die jeweils im Anschluss an das Seminar stattfinden (dienstags, 17:45 – 19:30 Uhr).

Im Rahmen der Lehrveranstaltung besteht die Möglichkeit, eine ganztägige Exkursion an die Ausstellung „Weimar weiblich. Frauen und Geschlechtervielfalt im Kino der Moderne (1918 – 1933)“ im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum Frankfurt am Main zu belegen. Die Exkursion findet voraussichtlich am Dienstag, den 27. Juni 2023 (save the date) statt; weitere Informationen folgen in der Lehrveranstaltung.
Oberseminar: Women in the Art Market – Ein Ausstellungs-Projekt des ZADI (Kurs) Oberste-Hetbleck, Nadine, Dr.' apl. Prof.' Das systematische Erforschen der Rolle von Frauen als heterogene Gruppe von Akteurinnen im Kunstmarkt allgemein, aber auch das Aufarbeiten von Einzelbeispielen im Speziellen bildet in weiten Teilen noch ein Desiderat im Diskurs der Kunstmarktforschung. Wie lassen sich Gender-Gaps im Kunstmarkt identifizieren? Welche Netzwerke zwischen Galeristinnen, Sammlerinnen, Kuratorinnen oder Kulturjournalistinnen u.v.m. lassen sich nachweisen? Welche Strategien in Bezug auf Female Empowerment und Female Entrepreneurship können ermittelt werden? Das interdisziplinäre Forschungs- und Vermittlungsprojekt „Women in the Art Market“ des ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung an der Universität zu Köln rückt seit 2021 das Spektrum, die Vielfalt und Komplexität dieses Themenfeldes in den Blickpunkt. Zunächst entstand anlässlich einer Kooperation mit dem Kunstmuseum Stuttgart der gleichnamige wissenschaftliche Blog (https://witam.hypotheses.org), der seither als wesentliche Plattform für das Projekt fungiert. Darüber hinaus hat das ZADIK verschiedene Formate wie Talks, Präsentationen und Podiumsdiskussionen zum Thema entwickelt und durchgeführt – auch diese sind auf dem Blog dokumentiert.

2023 wird das ZADIK in seinen Räumen eine Ausstellung zum Thema „Women in the Art Market“ veranstalten, die an den eigenen Archivbeständen anknüpfen wird. Die Teilnehmer:innen der Lehrveranstaltung werden Einblicke in die inhaltliche Entwicklung und Prozesse der Ausstellungsgestaltung erhalten sowie in diesem Zusammenhang im Rahmen des Oberseminars zu einzelnen Akteurinnen und Themen selbst arbeiten und hierbei Archivbestände sichten.

Das Oberseminar findet vor Ort in den Räumen des ZADIK (Im Mediapark 7, Köln) statt.
Oberseminar: BLACK Art Since 1900 (Kurs) Hildebrandt, Dirk, Dr.  Ausgangspunkt des Seminars ist eine revisionistische Perspektive auf kanonisierte Kunstgeschichten der Moderne, in denen die Werke und Praktiken ›schwarzer‹ Künstler*innen zumeist nur am Rande vorkommen; wobei klarerweise eine gewisse Diskrepanz zwischen moderner- und Gegenwartskunst ins Gewicht fällt: Während Künstler*innen wie Renee Greene, Adrian Piper, Kerry James Marshall, Theaster Gates und Juliana Huxtable nicht mehr aus der zeitgenössischen Kunstwelt wegzudenken sind, rücken die historischen Kontexte, Eigenheiten und Probleme einer ›schwarzen Moderne‹ (s. Gilroy 1993) erst allmählich ins Bewusstsein unserer Disziplin.
Über ihr exemplarisches Kennenlernen und Analysieren hinaus wird es im Seminar um historische und zeitgenössische Theoretisierungen ›schwarzer‹ Kunst und Kultur gehen. Wir werden uns mit dem Denken von (u.a.) W.E.B. DuBois, Frantz Fanon, Darby English, Fred Moten und Saidiya Hartman, und dabei immer auch mit den jeweiligen sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnissen befassen, auf die sich diese Autor*innen bezogen haben. Nicht zuletzt in methodischer Hinsicht werden wir uns Fragen der sog. ›Identitätspolitik‹ vornehmen, die in unserer Gegenwart oftmals mit dem Verdacht der ›kulturellen Aneignung‹ verbunden werden - ein Verdacht, dem sich vor allem ›weiße‹ Kunsthistoriker*innen nicht entziehen können: Ist es eigentlich erlaubt, als ›weiße‹ Person über die Kunst von ›schwarzen‹ Menschen zu sprechen; und wenn ja: wie? Über diese Frage besteht nicht nur gegenwärtig keine Einigkeit – mehr noch wird sie schon unter historischen Vorzeichen, und zwar innerhalb der ›schwarzen‹ community selbst überaus hitzig diskutiert.

Um der historischen und systematischen Komplexität der Sache einigermaßen gerecht werden zu können, wird es im Seminar vornehmlich um afroamerikanische Künstler*innen gehen. Die Auseinandersetzung mit deren Werken und Praktiken zielt derweil auf die Entwicklung eines grundlegenden, kunsthistorischen Problembewusstseins, das im Begriff der Black Art systematisiert werden soll.
Methodenseminar und Kolloquium für Examens- und Promotionsprojekte (Kolloquium) Spies, Christian, Univ.-Prof. Dr. Das Methoden- und Projektseminar richtet sich an Studierende in der Examensphase und Promotion und dient einerseits der gemeinsamen Textlektüre aktueller methodischer Texte im Bereich der jüngeren Kunst- und Bildtheorie. Andererseits dient es der Vorstellung von geplanten und laufenden Master- und Promotionsprojekten. Die Veranstaltung soll Raum bieten, diese Projekte und entsprechende methodische Fragen gemeinsam zu diskutieren. Darüber hinaus sind gemeinsame Ausstellungsbesuche geplant.

Eine Teilnahme ist nur über die persönliche Anmeldung per Mail möglich: c.spies@uni-koeln.de
Formen der Leere: Architektur und Stadt // Forms of the Void: Architecture and the City (Kolloquium) Cianciolo Cosentino, Gabriella, Univ.-Prof.' Dr.' The void – a spatial and yet immaterial concept – is rich in its ambiguity, even paradoxical nature. As a mysterious spatial (non)construction, the void has been an object of inquiry across historical periods and geographies in the East and the West as well as one of the most ubiquitous and fruitful concepts in scientific and academic discourses. Few other spatial phenomena have invited reflection in disciplines as diverse as physics, metaphysics, theology, and aesthetics. In his De Rerum Natura, Lucretius discusses the scattering of atoms in an infinite and deep void. In Japan, the untranslatable term ‘ma’ cuts close to Western conceptions of void as a negative space or a gap, but also means a pause in time, an interval between different phenomena, a rich spatio-temporal interlude. But what are the current potentials for engaging in a reflection on the void?
The void relates to the space on the other side of global urbanization, the counter-dynamic to megacities, gentrification and densification. It is the emptiness of suburbs, of the countryside, of inland territories, and of entire post-industrial or post-catastrophic regions. The void also is the space opened by the recent pandemic. Crisis and the politics of space have been interdependent phenomena throughout history, induced by causes as diverse as natural disasters, conflicts, migration, new economies and old ideologies. Everywhere in the world there is a dialectic between fullness/void, city/country, center/periphery, where void often conceals a radical potential for change and future. It is only through the void that we can read, understand and construct the full.
At the architectural scale, the void has always played a central role in design: It can be constructed physically, defined geometrically, evoked emotionally, pursued aesthetically, imposed ideologically. The absence can be of human presence, of decoration, of materiality. Whether built or unbuilt, architecture’s agency is increased by the void. Like a sounding board, void amplifies its power and its resonance.
Since the ‘spatial turn’ of the 1980s, the discourse of space has once again become an important research question in architectural theory. This colloquium will establish void as a phenomenon within architecture and urbanism, identifying its ‘forms’ at different scales, from the architectural object to the urban void, by which we mean buffer zones, such as building gaps, leftover spaces, no man’s lands, wastelands or terrains vagues. We will address not only the void itself, but also the meta-level of its reflection and representation, that is, the way photography and other media have shaped, depicted and mediated it, influencing our perception and experience.
Placing a particular focus on its transformative power and dynamics, we will discuss the void as an intersectional space and moment of transition, going beyond the perception of void as nothingness. After an introductory theoretical-methodological session, in which we will outline the conceptual framework of the subject, we will address a series of specific voids as well as the ‘actions’ related to them, such as containing and enclosing, emptying and filling, (de)materializing and (de)constructing, destroying and erasing, excavating and burying, densifying and rarefying.
Kolloquium für Examenskandidat*innen (Kolloquium) Lipinska, Aleksandra, Priv.-Doz.' Dr.' zur Zeit nicht verfügbar
Lektüre von Methodentexten und Projektvorstellungen (BA, MA, Diss.) (Kolloquium) Wittekind, Susanne, Univ.-Prof.' Dr.' Das Kolloquium bietet die Gelegenheit, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen und Vortrags- oder Publikationsprojekte vorzustellen und in einem größeren Kreis zu diskutieren. Ergänzend werden wir in Themensitzungen aktuelle Forschungspublikationen zu neueren kunsthistorischen Ansätzen lesen, ihre Anwendungsmöglichkeiten auch anhand von Fallstudien aus den verschiedenen Arbeitsprojekten erörtern.
Kolloquium zur Fotografie- und Kunstgeschichte als Mediengeschichte (Kolloquium) Wolf, Herta, Univ.-Prof.' Dr.' Ziel des Seminars ist es, Doktorand*innen beim Verfassen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten zu unterstützen. Das beinhaltet die kritische Auseinandersetzung mit theoretischen und methodologischen Fragen der Fotogeschichte und Kunstgeschichte als Mediengeschichte gleichermaßen wie die Diskussion der im Rahmen des Kolloquiums vorzustellenden Exposés sowie Abschnitte und Versionen der Qualifikationsarbeit der Teilnehmer*innen.

Teilnahme nur nach persönlicher Anmeldung. per E-Mail an: herta.wolf@uni-koeln.de
Kolloquium für ExamenskandidatInnen "Orte der Fotografie" (Kolloquium) Brons, Franziska, Dr.' Wo begegnen uns Fotografien? Auf Bildschirmen und Wänden, auf Seiten und in Schubladen: Fotografische Bilder zeichnen sich unter anderem dadurch aus, ihren Betrachter*innen in unterschiedlichen Formaten, Techniken und Kontexten zu begegnen. Im Zusammenhang von Kunst wie Wissenschaft werden sie vor allem als Artefakte in Sammlungen bewahrt, als Exponate in Ausstellungen gezeigt oder als Bilder in diversen Publikationen wahrgenommen. Unter dem Titel „Orte der Fotografie“ ist das Kolloquium des Fachgebiets „Theorie und Geschichte der Fotografie“ als Übung für MA-Studierende und fortgeschrittene BA-Studierende konzipiert.
Zum einen verbindet die Lehrveranstaltung gemeinsame Lektüren zur Geschichte und Theorie fotografischer Archive, Expositionen und Bücher mit Ortsterminen in Köln (Rheinisches Bildarchiv, Ausstellungen in der Reihe „Artist Meets Archive“ der Photoszene Köln, Kunst- und Museumsbibliothek), die Einblicke in den kuratorisch-konservatorischen Umgang mit dem Medium Fotografie bieten. Eine Tagesexkursion nach Frankfurt am Main (zu den Ausstellungen „Italien vor Augen“ im Städelmuseum und „Martha Rosler“ in der Schirn Kunsthalle) im Juli ist Teil des Kolloquiums. Zum anderen dient es als offenes Forum sowohl zur gemeinsamen Diskussion vom im Entstehungsprozess begriffenen Abschlussarbeiten als auch zur Erörterung von Fragen der Recherche, Konzeption und Abfassung wissenschaftlicher Arbeiten. Das Kolloquium findet zumeist 14-tägig statt. Die genauen Termine werden in der ersten Sitzung am 12.4.2023 abgestimmt.
Tutorium zur christlichen Ikonographie (in Verbindung mit dem Sem. 14196.0204 - „Altniederländische Malerei. Ikonographien, Künstler, Forschungsgeschichten") (Tutorium) Schliewenz, Kalisha zur Zeit nicht verfügbar
Tutorium zur Architektur (in Verbindung mit dem Sem. 14196.0201 - Grundlagen der Architektur) (Tutorium) <N.N.>(N.N. PhilFak), UZK1
Paula Trusch
zur Zeit nicht verfügbar
Studientag / Workshop (Ergänzungsmodul 2: Wissenschaftliche Praxis) (Projektseminar) Haug, Henrike, Dr.' Bitte beachten: Pflichtveranstaltung für alle Studierende im Ein-Fach-Master Kunstgeschichte, Dauer: zwei Semester!
Der Workshop muss spätestens zwei Semester vor Studienabschluss besucht werden, da die Dauer zwei aufeinanderfolgende Semester umfasst. Die Veranstaltung wird bei erfolgreicher Teilnahme am Ende des WiSe2021/22 verbucht.
(Der Workshop wird turnusmäßig jedes Jahr, jeweils im Sommersemester beginnend angeboten.)

Inhalt des Workshops:
Der Workshop dient der Vorbereitung, Durchführung und Publikation eines selbstkonzipierten und -organisierten Studientags zu einem ausgewählten Thema.

Der Studientag versteht sich dabei als Plattform, eigene Forschungen im Rahmen eines Vortrags vor Kommiliton*innen, Mitarbeiter*innen des Institutes sowie geladenen Gästen zu präsentieren und intensiv zu diskutieren. Anschließend, das heißt im darauffolgenden Wintersemester 2021/22, sollen die Ergebnisse der Veranstaltung in Form eines Workshop-Readers zusammengefasst und online publiziert werden.

In der Veranstaltung können dadurch unterschiedliche praktische Erfahrungen gesammelt werden, die von der Konzeption und Durchführung des Workshops (Themenfindung, Moderation, Vortrag etc.) über die Öffentlichkeitsarbeit bis zur Erstellung einer Online-Publikation (Satz, Lektorat etc.) reichen.

Termine werden noch bekannt gegeben.
Praktikum im Rahmen der XVIII. KUNSTNACHT der freunde (Praktikum) <N.N.>(N.N. PhilFak), UZK1 Die KUNSTNACHT der jungen Initiativen der freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e.V. ist mittlerweile eine etablierte Kultur- und Partynacht in Köln, die ihren Besucher*innen eine andere Auseinandersetzung mit dem Museum und deren Ausstellungsinhalten bietet. Von Führungen durch die Sonderausstellungen sowie durch die der ständigen Sammlungen, über Schauspiel- und Tanzperformances bis hin zur Party im Museumsfoyer planen wir jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm.

Eine Großveranstaltung mit rund 1.500 Besucher*innen, wie die KUNSTNACHT, will professionell konzipiert, organisiert und durchgeführt werden. Die Praktikant*innen haben die Chance, genau dabei eigenverantwortlich mitzuarbeiten. Sämtliche Aufgabenbereiche werden zusammen mit der Projektleitung der Initiativen von jungekunstfreunde sowie job&kunstfreunde in verschiedene Tätigkeitsbereiche aufgeteilt und in einzelnen Teams bearbeitet.

Team 1: Führungsprogramm
Das Team ist für die Kurzführungen in den Ausstellungen zuständig. Über den Abend verteilt werden meist 20-30 Kurzführungen angeboten. Für die Führungen werden mögliche Referent*innen, ggf. mit einem Themenvorschlag angefragt. Wobei die Praktikant*innen selbst die Möglichkeit haben, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis der freunde, eigene Führungen zu konzipieren und somit (erste) Führungskompetenzen zu erwerben.

Team 2: Rahmenprogramm
Das Team plant alle weiteren Programmpunkte wie z.B. Performances, Lesungen und Kunsttalks sowie Gewinnspiele, welche parallel zum Führungsprogramm stattfinden. Dies beinhaltet die Ansprache von Künstler*innen und Performer*innen sowie die Koordination und Betreuung dieser bei den Proben im Museum sowie am Abend der KUNSTNACHT selbst.

Team 3: Koordination & Kommunikation
Das Team ist für den reibungslosen Planungs- und Programmablauf der KUNSTNACHT zuständig. Hierzu gehört vor allem die strategische Entwicklung des Programmkonzeptes (z.B. Zeit-, Ablauf- und Einsatzpläne). Das Team steht im engen Austausch mit den anderen Teams und behält das „große Ganze“ im Blick.

Team 4: Sponsoring & Veranstaltungs-/ Party-Dekoration
Das Team ist für die Erstellung eines Sponsoringkonzeptes zuständig sowie für die direkte Ansprache möglicher kleinerer Sponsoringpartner*innen (Deko/Preise für Gewinnspiele). Ebenso übernimmt das Team die kreative Planung und am Abend selbst den Auf- und Abbau der Dekoration.

Team 4: Promotion (Presse/Social-Media/Website)
Dieses Team kümmert sich um sämtliche Bewerbungsmaßnahmen im Print- und Onlinebereich sowie auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen. Hierzu gehören das Schreiben von Werbetexten für Presse, Website und Social-Media, die Erstellung und Durchführung eines Redaktionsplans sowie die Vor- und Nachberichtserstattung.
Praktikum Haug, Henrike, Dr.' zur Zeit nicht verfügbar