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Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 (Stand: 13.03.2026)



TitelVortragende*r/ Mitwirkende*rAngaben zur Abhandlung (Inhalt)
   
Der Mittelmeerraum als künstlerische Kontakt- und Austauschzone im Mittelalter (Vorlesung)Wittekind, SusanneWir sind heute gewohnt, Entfernungen in Auto- oder Bahnfahrstrecken zu denken oder in Flugzeiten. Doch in früheren Epochen boten Flüsse und Meere die wichtigsten und schnellsten Verkehrswege für Reisen und Handel. Das Mittelmeer, in der römischen Antike (und im italienischen Faschismus) mare nostrum genannt, spielte auch im Mittelalter eine zentrale Rolle als Kontaktzone: zwischen den europäischen, lateinisch-christlichen Herrschaften im Nordwesten und dem byzantinischem Reich im Südosten Europas, den arabisch-berberischen Herrschaften in Al Andalus und an der Nordafrikanischen Küste, den Fatimiden und Mamluken in Ägypten, der Abbasiden, Mongolen, Seldschuken, Osmanen und Perser sowie dem Heiligen Land im Osten des Mittelmeeres. Über Handel, Gesandtschaften, Pilgerreisen oder auch Piraterie und Raub gelangten kostbare Güter und Kunstwerke aus den verschiedenen Ländern des Mittelmeerraumes nach Nordeuropa: byzantinische Seiden, Elfenreliefs und Bronzearbeiten, mongolische Textilien, abbasidische Bergkristallgefäße, persische Metallarbeiten, Fliesen- und Lüster-Keramik, Reliquiare aus dem Hl. Land, Intarsien aus Ägypten und Al Andalus usw. Zunächst vermutlich im Besitz von König:innen und Fürst:innen, Gesandten, Kreuzfahrern und Pilger:innen, gelangten sie oftmals als Geschenke an Kirchen und Klöster, in deren Schätzen sie geehrt, oft zum Schmuck von Reliquien und Büchern verwendet und so bewahrt wurden. Doch auch Künstler waren mobil und als Spezialisten gefragt: So arbeiteten byzantinische Mosaizisten in Cordoba und Palermo, französische Architekten im Königreich Jerusalem und auf Zypern, arabische Stuckateure und Schnitzer für die Krone Aragon. Die Kunstwerke zeugen von diesem intensiven Austausch über weite Entfernungen hinweg und zwischen unterschiedlichen Religionen und Kulturen. 
Skulptur und Raum in der Moderne I (Vorlesung)Spies, ChristianGängige Erzählungen der Moderne orientieren sich gemeinhin an der Malerei, wobei vor allem die Abkehr vom Gegenstand qua Abstraktion leitend ist. In der Vorlesung im kommenden Semester soll dem eine entsprechende Entwicklung der Skulptur in der Moderne gegenübergestellt werden. Dabei bildet die Selbstverständlichkeit der Statue den Ausgangspunkt; und damit nicht nur die figurative Skulptur, sondern vor allem auch ein Körper der den Körpern seiner Betrachterinnen und Betrachtern gegenüber steht. 

Mit dieser Selbstverständlichkeit der Statue bricht die Skulptur der Moderne an dem Punkt, an dem sie nicht mehr selbstverständlich Körper ist, sondern ihr Status als Objekt reflektiert wird. In dieser Perspektive erweist sich die Skulptur als ein paradoxes Objekt: sie ist sowohl ein Objekt unter all den anderen Objekten der alltäglichen Umgebung und weisen doch zugleich über sich hinaus, sind Bild-Objekte. So wie dieses Paradox die Skulptur der Moderne geprägt hat, soll es im Zentrum der Vorlesung stehen und auf unterschiedlichen Ebenen thematisiert werden. Dabei wird es genauso um die Objekte selbst gehen, ihre Oberflächen und Materialitäten, wie um die darin gezeigten abstrakten Formen und wiedererkennbaren Figuren. Es wird um das Verhältnis von Skulpturen zu ihren Betrachterinnen und Betrachtern gehen, genauso wie um das Verhältnis zu ihren Umgebungen, gebauten wie natürlichen Räumen. Dabei spielen auch die besonderen Formen des Zeigens der Bild-Objekte, die Sockel, Vitrinen und leeren Galerieräume, eine entscheidende Rolle. Und schließlich wird auch die Übersteigerung des Bild-Objekt Paradox der Skulptur interessieren, die seit Marcel Duchamp Ready-Mades virulent geworden war. 
Inwiefern man unter den immer wieder neuen Bedingungen von Readymade, von Installation, Fotografie/Video und Performance überhaupt noch von Skulptur sprechen kann, bleibt bei alledem eine offene Frage, die es ebenfalls zu diskutieren gilt. 
Barockskulptur (Vorlesung)Grohé, StefanDie Vorlesung wird einen Überblick vermitteln über die wesentlichen Funktionen, Hauptwerke und Diskurse der europäischen Skulptur zwischen ca. 1600 und ca. 1800. Im Mittelpunkt stehen die repräsentativen Aufgaben der Bildhauerkunst und wie sie sich in ein Verhältnis setzen lassen zur Innovations- und Transformationsleistung einzelner herausragender Künstler. Spezifika des plastischen Mediums werden dabei ebenso zur Sprache kommen wie regionale Besonderheiten, wobei der Schwerpunkt der Darstellung in Italien und Frankreich liegen wird.
Transkulturalität – Rückblick und Ausblick (Ringvorlesung)Brus, Anna, Wittekind, SusanneDie Ringvorlesung "Transkulturalität – Rückblick und Ausblick" widmet sich einem Konzept, das zu einem Schlüsselbegriff kulturwissenschaftlicher und soziologischer Forschung geworden ist und zugleich seit seiner (Wieder-)Einführung kritisch befragt wurde. Im Zentrum steht Transkulturalität als analytische Perspektive relationaler Verflechtungen von Objekten, Praktiken und Wissensformen, die Austausch und Übersetzung ebenso umfassen wie Differenz, Asymmetrie und Machtgefälle.
Im Rückblick auf zentrale theoretische Ansätze und im Dialog mit aktuellen Fallstudien werden transkulturelle Prozesse als dynamische und zugleich konflikthafte Beziehungsgeflechte diskutiert. Dabei wird Transkulturalität nicht als harmonische „Vermischung“, sondern als kritisches Instrument zur Analyse komplexer Verbindungen verstanden, das bestehende Ungleichheiten sichtbar macht und ihre historischen wie gegenwärtigen Bedingungen reflektiert. Die Ringvorlesung verfolgt einen epochen - und disziplinübergreifenden Ansatz und fragt, welche analytische und politische Relevanz das Konzept heute – im Angesicht identitätspolitischer Verengungen – entfalten kann. Zugleich macht sie Köln als Standort transkultureller Forschung sichtbar und lädt zur Vernetzung von Forschenden und Institutionen ein.

Programm:
22.4. Anna Brus und Susanne Wittekind/Kunstgeschichte: Einführung
29.4. Ulrike Lindner/Geschichte des europäischen Kolonialismus: Transimperiale Ansätze in der Kolonialgeschichte Afrikas - eine neuer Blick auf Verflechtungen zwischen Kolonialimperien
6.5. Anja Bettenworth/Lateinische Philologie: Der afrikanische Augustinus in transkultureller Perspektive
13.5. Nanette Snoep/Direktorin des Rautenstrauch-Joest Museums: Museumgeschichte zwischen Verflechtung, Rückgabe und Machtkritik
20.5. Claudia Sode/Byzantinistik: Byzantinische Bleisiegel: Dynamiken von kulturellem Wandel und Identitätsbildung im Mittelalter
3.6. Anne Storch/Afrikanistik: Aus der Welt und dem Leben Sinn machen: trans-performative Wege zur Sprache
10.6. Mirjam Brusius/Ethnologie: Transculturality between Human and Object Mobility?
17.6. Susanne Wittekind/Kunstgeschichte: Materialien und ihre Bearbeitung – Objekt- und Techniktransfer zwischen den mediterranen Kulturen im Mittelalter
24.6. Anna Brus/Kunstgeschichte: Misfits — Transkulturelle Objekte als Störung kolonialer Wissensordnung: die Sammlung Julius Lips
1.7. Nina Möntmann/Kunst und Kunsttheorie: Die Kunstinstitution dezentrieren. Neue Initiativen für eine postmigrantische Gesellschaft
8.7. Gesine Müller/Romanistik: Zwischen Transkulturation und “Créolisation”: Literaturen der (post)kolonialen Karibik
15.7. Richard Bussmann/Ägyptologie: Tiefengeschichte der Transkulturalität: Perspektiven auf das alte Ägypten
22.7. Anne Haour/Ur- und Frühgeschichte: Cowrie shells: from the Indian Ocean to West Africa 
Neuere kunsthistorische Methoden, Theorien und Begriffe (Seminar)Dörstel, WilfriedEinführung in die kunsthistorische Methodik älterer und neuester Zeit – in diesem Semester vergleichend diskutiert an einigen prominenten zeitgenössischen methodologischen Gesichtspunkten, exemplarisch etwa: Kontext, Institution, Format, Diagramm, Erfahrung, Medium, Agency, Netzwerk. Sie stehen für Kürzel zu neueren und spannenden Zugangsweisen, Beschreibungsmöglichkeiten und Analyseansätzen von Kunstwerken und Kunst. 

Das Seminar wird dabei, neben der Vermittlung von ersten Kompetenzen bei der Orientierung im Bereich der kunsthistorischen Methodik, vor allem die anwendungspraktische Perspektive im Auge haben – was bedeutet dies oder das für die Praxis des Erklärens von Kunstwerken –, d.h. die Frage nach dem jeweiligen Mehrwert für das Sehen, Beschreiben und Analysieren von Kunstwerken. 

Wir schauen die Welt mit unterschiedlichen Augen an. Mit unterschiedlichen Brillen. Wir können die Brillen wechseln. Wieviel mehr gilt das in den Wissenschaften. Auch für die Kunstgeschichte als Geisteswissenschaft gilt es, sich klar zu machen, dass es unterschiedliche Brillen beziehungsweise Methoden gibt, Kunstwerke anzuschauen, zu verstehen, einzuordnen oder Hintergründe ans Licht zu bringen. Methoden erweitern die Möglichkeiten an Kunstwerke neue oder andere Fragen zu stellen, die über das Beobachtbare hinausgehen. Es sind erhellende Verfahrensweisen, die neue Perspektiven und Erklärungen nach sich ziehen. 

Jede Methode hat ihre Fragestellungen, ihre Begriffe, ihre Hintergrundtheorie, stellt ihren Gegenstand in ein anderes Licht, lässt andere, überraschende oder neue Aspekte aufscheinen. Eine Wissenschaft Kunstgeschichte hat sich seit jeher nicht nur auf Sinneserfahrungen, auf die sinnliche Erhebung von Daten oder augenbezogene Vergleiche verlassen.
Purpur, Meteoriten und Schnaps. Eine experimentelle Kunstgeschichte am Beispiel von Sigmar Polkes “Athanor“ (Seminar)Hildebrandt, DirkEs handelt sich um ein Blockseminar, das in Kooperation mit der TU Dortmund ausgerichtet wird. Die Seminarblöcke finden nacheinander in Köln und Dortmund statt (...Mehr dazu in der Einführungssitzung am (!!) Freitag, den 24.04.2026, um 10:00 Uhr (!!), zu der Sie einen Zoom-Link erhalten). Es ist ein Exkursionstag geplant. 

Im Rahmen unserer interdisziplinär angelegten Lehrveranstaltung werden wir neue Perspektiven auf Sigmar Polkes Werk an der Schnittstelle von künstlerischer und wissenschaftlicher Praxis erproben. Grundlegend dafür sind die materialtechnischen Experimente, die Polke im Rahmen seiner Ausstellung Athanor (1986) anstellte.
Im Rahmen des interdisziplinär angelegten Seminars werden Fragen nach dem künstlerischen Experiment bei Polke, und zwar einerseits in historisch-kritischer Perspektive verhandelt, und andererseits durch materialpraktische Experimente erprobt: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir die Schnittstellen zwischen wissenschaftlicher und künstlerischer Praxis analysieren.
Unter Anleitung von Expert*innen wie Felix Dobbert (Fotograf) und Jutta Niggemann (Restauratorin, Malerei) werden experimentelle Arbeitsprozesse erprobt, die Polkes künstlerische Verfahren nachvollziehbar machen und zugleich neue Perspektiven auf das Zusammenspiel von Material und Technik eröffnen. Zur Vertiefung der materialtechnischen Auseinandersetzung werden wir wiederum zwei Expertinnen einladen, die sich bereits intensiv mit der materiellen Beschaffenheit von Polkes Werken auseinandergesetzt haben. In dieser Perspektive positioniert sich unser Projekt innerhalb eines neuen ‚Turns‘ der "Technical Art History". 
Niederländische Fahrradinfrastrukturbauten des 21. Jahrhunderts (Seminar)Feldhofer, FelixSeit etwa 1990 ist weltweit eine verstärkte Förderung des Radverkehrs und ein Boom des Verkehrsmittels Fahrrad zu beobachten. Insbesondere in den zuvor bereits besonders fahrradfreundlichen Ländern Dänemark und den Niederlanden äußert sich dieser Trend auch architektonisch. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts sind dort zahlreiche Fahrradinfrastrukturbauten von hohem gestalterischen Anspruch entstanden, die über ihre verkehrstechnische Funktion hinaus einen ästhetischen Mehrwert bieten wollen.
In den Niederlanden handelt es sich dabei etwa um Brücken wie die Nesciobrug in Amsterdam, die Melkwegbrug in Purmerend oder den Hovenring in Eindhoven, um Parkhäuser und Tiefgaragen wie das Fietsflat in Amsterdam, die Fietstenstalling Hoog Catharijne/Stationsplein in Utrecht oder die Fietsenstalling 18 Septemberplein in Eindhoven, sowie um besonders gestaltete Wege und Unterführungen wie die Cuyperspassage in Amsterdam, den Radschnellweg RijnWaalpad zwischen Arnheim und Nimwegen oder den Van-Gogh-Roosegaarde-Fietspad in Eindhoven.
Ausgehend von zahlreichen Fallbeispielen, beleuchtet das Seminar die historischen, kulturellen und verwaltungsrechtlichen Vorbedingungen der Entstehung solcher Bauwerke in den Niederlanden und ordnet sie in den größeren Kontext von Architektur und Städtebau ein.
Als Teil des Seminars findet eine eintägige Exkursion nach Arnheim und Nimwegen statt. Die beiden Städte befinden sich in der niederländischen Provinz Gelderland und werden verbunden vom RijnWaalpad, einem der ersten Radschnellwege überhaupt. Darüber hinaus finden sich in beiden Städten weitere Beispiele gestalterisch anspruchsvoller Fahrradinfrastrukturelemente. Insbesondere sind in Nimwegen im Zuge einer Verbreiterung der Waal und einer Stadterweiterung auf der Nordseite dieses Flusses mehrere neue Brücken, sowie Verlängerungen und Ergänzungen bestehender Brücken erbaut worden.
Besichtigt, und vom Fahrrad aus erlebt, werden die folgenden Objekte: Der Bahnhof Arnhem Centraal mit seiner Fahrradtiefgarage und der Airborneplein in Arnheim, der Rijnwaalpad, die Brücken Snelbinder, Zaligebrug, Lentloper, verlengde Waalbrug, ‘t Groentje und de Oversteek, sowie die Fietsenstalling Station Nijmegen und das Doornroosje mit seiner Fahrradtiefgarage in Nimwegen.

Im Rahmen des Seminars findet eine eintägige Exkursion statt (Samstag, 20. Juni 2026, ca. 10:00 bis 18:00)

Referat für aktive Teilnahme erforderlich; darüber hinaus Hausarbeit möglich.

Felix Feldhofer studierte Kunstgeschichte und Digital Humanities an der Universität zu Köln. Nachdem seine 2016 vorgelegte Masterarbeit über Kölner Hochhäuser der Sechziger- und Siebzigerjahre mit dem Masterpreis der Stiftung für Kunst und Baukultur Britta und Ulrich Findeisen ausgezeichnet wurde, ist er für diese Stiftung tätig und zeigte in dieser Rolle im Jahr 2020 die Bicycle Architecture Biennale erstmals in Deutschland. Wie diese Ausstellung, beschäftigte sich seine 2025 fertiggestellte Dissertation mit Fahrradinfrastrukturbauten von hohem architektonischen Anspruch.
Wikinger, Fernhandel und christliche Mission: Mittelalterliche Kunst Skandinaviens Seminar)Wittekind, SusanneSkandinavien verbinden die meisten mit Sommerurlaub oder Langlauf und Polarlicht, vielleicht mit Saga-Adaptionen wie Ragnarök oder Comicfiguren wie Wicki und Hägar. Doch ist es eine gerade im Mittelalter kulturell reiche, ‚global‘ vernetzte und spannungsreiche Kunstregion, die wir uns im Seminar gemeinsam erschließen – von den Wikingerhorten des frühen Mittelalters bis zu spätmittelalterlichen Herrschergrablegen.
Die Raubfahrten der Nordmänner mit ihren schnellen Schiffen erregten Schrecken auf den Britischen Inseln wie dem Kontinent. Hügelgräber, Hort- und Bodenfunde in ihren Handelszentren zeugen von ihrem (geraubten) Reichtum und weitreichenden Handelsnetz: Mengen arabischer Gold-Dirhams, Münzen aus Usbekistan, Byzanz, England und dem Reich, Runensteine, die von gefährlichen Stromschnellen des Dnjepr berichten, Model für den Guss von Thorshammer-Amuletten und Broschen, kostbarer Gold-, Silber- und Bronzeschmuck. Ihre Handelsplätze, z.B. Haithabu bei Schleswig an der Schlei, waren dicht besiedelte Zentren des Handwerks. Nach scheiternden Missionsversuchen im 9. Jahrhundert wurden Mitte des 10. Jahrhunderts erste Bistümer in Dänemark gegründet. Denn der mächtige Fürst Harald Blauzahn erkannte die Oberherrschaft der ottonischem Kaiser an, ließ sich 960 taufen und wurde König von Dänemark und Norwegen. Missionare rief er aus England. Sein Nachfolger Knut der Große gewann die Herrschaft auch über England, die erst mit dem Sieg der Normannen 1066 dort endete. Zentren der Christianisierung des Nordens waren zunächst Bistümer (nach Schleswig, Ribe und Aarhus: Odense 980, Roskilde 991, Trondheim/Nidaros 1050 und Lund 1060). Die im Kampf gefallenen Könige Olav II. (+1030) und Knut IV. (+1086) wurden rasch als Heilige verehrt, ihre Grabstätten zu Pilgerstätten. Überall wurden Pfarrkirchen errichtet, zunächst Stabkirchen aus Holz mit fantastischer Tierornamentik (Urnes, Borgund), später Steinkirchen – und seit Mitte des 12. Jahrhunderts mächtige gewölbte Ziegelbauten (Sorø Kloster), die für den Kirchenbau im Ostseeraum prägend wurden. Der Seehandel brachte Reichtum, von dem noch heute prächtige Goldaltäre, Elfenbeinschnitzereien, Reliquiare und Triumphkreuze, Wandmalereien, Taufbecken und Figurenportale, Tabernakel, Antependien und Altarretabel zeugen. Durch die Hanse, einen Verbund vor allem norddeutscher Fernkaufleute, und ihre Niederlassungen in London, Bergen und Oslo, Gotland, Riga, Reval/Tallin und Nowgorod, gelangten zudem zahlreiche Kunstwerke aus ganz verschiedenen Regionen, auch dem Rheinland und den Niederlanden in den Norden. Dort sind sie heute oft besser als in ihrer Ursprungsregion erhalten.
In Verbindung mit dem Seminar findet (Ende August) eine große Exkursion nach Dänemark statt, zusammen mit Teilnehmer:innen eines Masterseminars zur Skandinavischen Malerei des langen 19. Jahrhunderts, sodass auf der Exkursion Kunst des Mittelalter und der Moderne behandelt wird. 
Das Schiff des Theseus — Paradoxa des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege heute (Seminar)Menendez, Gonzalez, NicolasDas Seminar bietet eine Einführung in grundlegende Fragestellungen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. Ausgangspunkt bildet das aus der Antike überlieferte Paradoxon des Schiffs des Theseus, das die Frage nach der Identität eines Objekts trotz sukzessiver materieller Veränderungen stellt. Übertragen auf den Umgang mit Denkmälern im rechtlichen Sinne eröffnet dieses philosophische Gedankenexperiment eine zentrale Problematik des Denkmalschutzes: Inwiefern bleibt ein Denkmal dasselbe, wenn seine denkmalkonstituierende Substanz im Zuge von Restaurierungen, Instandsetzungen oder Rekonstruktionen im Laufe der Zeit teilweise oder vollständig erneuert wird? Welche Rolle spielt diese materielle Veränderung für die Bewertung des zugeschriebenen Denkmalwerts?
Anhand ausgewählter Beispiele werden grundlegende Begriffe, Instrumente, Strategien und theoretische Positionen der Denkmalpflege diskutiert. Ergänzend zum Seminarprogramm finden zwei Exkursionen statt, in deren Rahmen die behandelten Fragestellungen direkt vor Ort an konkreten Objekten diskutiert und vertieft werden. Ziel des Seminars ist es, Studierende mit zentralen Konzepten des Faches vertraut zu machen und zur kritischen Reflexion über den Umgang mit historischen Kulturgütern anzuregen.
Sonne, Mond und Sterne: künstlerische Darstellungen zwischen Astrologie und Astronomie (Seminar)Dömling, UndineEin Blick in die Sozialen Medien zeigt, dass Astrologie gegenwärtig eine bemerkenswerte Konjunktur erlebt: Tarotkarten, Horoskope und Weissagungen sind nur einen Klick entfernt, und das Wissen um das eigene Sonnen- und Mondzeichen gehört wie selbstverständlich zur Kultur von Dating-Apps. Diese zeitgenössischen Phänomene stehen jedoch in einer langen Tradition, denn seit jeher setzten sich Menschen mit den Himmelskörpern und ihren zugeschriebenen Einflüssen auf das irdische Leben auseinander.
Das Seminar widmet sich der historischen Entwicklung dieses Wissens und untersucht insbesondere das Spannungsfeld zwischen religiösen Deutungsmustern und der sich herausbildenden wissenschaftlichen Welterklärung, die bestehende Ordnungssysteme immer wieder herausforderte und schließlich umkrempelte. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Rolle der Künste als Medium der Wissensvermittlung, Visualisierung und Popularisierung astrologischer und kosmologischer Vorstellungen.
Anhand ausgewählter Beispiele aus unterschiedlichen Kunstgattungen werden zentrale Fragestellungen vertieft, dazu sollen Werke wie die Visconti-Sforza-Tarotkarten, die sogenannte Zauberglocke des Hans de Bull am Hofe Rudolfs II. sowie die Monatsbilder im Palazzo Schifanoia in Ferrara, die bereits Aby Warburg untersuchte, herangezogen werden. Ziel des Seminars ist es, die Wechselwirkungen zwischen Kunst, Astrologie, Religion und Wissenschaft in ihrer historischen Tiefe und kulturellen Bedeutung kritisch zu analysieren 
From Atlas to Algorithm: Mobilität und Zirkulation von Bildern (Seminar)Schneider, Anja, IlkaIn ihren “reflections on circularity” (2017) beschreibt die Historikerin Stefanie Gänger, dass der Begriff “Circulation” in der Global History weit verbreitet ist und für unterschiedlichste Arten von Bewegung nutzbar gemacht wird. Dabei bleibt das Konzept einerseits sehr offen und kaum definiert, andererseits impliziert es einen selbstständigen Prozess, der “einfach so” als fluide Bewegung geschieht. Faktisch sind (kunst-)historische Prozesse jedoch durch konkrete Akteure und Netzwerke geprägt, wie z.B. Mäzene und Höfe, religiöse Gemeinschaften, Kunstakademien, politische und aktivistische Gruppierungen, die Museenlandschaft, den Kunstmarkt und nicht zuletzt die Künstler*innen selbst. 
In diesem Seminar soll anhand konkreter Beispiele von der Frühen Neuzeit bis in die Moderne nachvollzogen werden, wie religiöse und politische Bildformen, kulturelle Ästhetiken, philosophisches Gedankengut, mediale Trends und wirtschaftliche Einflüsse in Bildern sichtbar gemacht und transportiert werden. Dabei wird der Begriff Zirkulation als Startpunkt und als kritisch zu betrachtendes Konzept für die Entwicklung einer Diskussion über die Bewegung und Verbreitung von Bildern dienen. 
The Icon (Seminar)Morcos, Erene, RafikThe Greek word for image, εἰκών, names one of the most powerful and enduring modes of visual expression in Late Antiquity and the Middle Ages. As an early form of panel painting, the icon established visual conventions and material practices that later moved beyond the wooden support into other media. Far from a mere representation, the icon functions as a material mediator, activated through vision and even giving rise to narratives of miraculous making that unsettle conventional ideas of artistic authorship. This seminar will examine the icon across regions and traditions through close study of objects, texts, and painting practices, asking how images shaped (and were shaped by) premodern ideas of likeness, identity, and presence.
Note: The primary language for our seminar will be English, including discussions, lectures, and weekly mandatory readings. 
Basiskurs Architektur (mit Tutorium) (Seminar)Treichler, AnselmDas Seminar vermittelt das Grundwissen der Architektur und gibt einen Überblick zur Architekturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Die verschiedenen Teilmodule bieten einen Kompass, der dazu dient sich zwischen den Architekturepochen und den unterschiedlichen Architekturphänomenen zurechtzufinden. Materialien und Bauelemente werden analysiert, Grundrisse gelesen, Fassaden und Ornamente beschrieben sowie Fachbegriffe erläutert, stilistische Eigenschaften erkannt und die verschiedenen Richtungen und Tendenzen der Architekturgeschichte untersucht.
Neben der Beschreibung der Gebäude und ihrer Bauformen soll die Fähigkeit vermittelt werden, Architektur zu lesen und zu verstehen: der Umgang mit Plänen wird geübt und Primärquellen sowie wissenschaftliche Texte werden gelesen und analysiert. Der Basiskurs bietet ein stabiles Gerüst für eine bewusste Auseinandersetzung mit der Architekturgeschichte und Architekturtheorie und soll die Beobachtung und Analyse von Bauwerken schärfen.
Der Einführungskurs richtet sich an Bachelor-Studierende, die keine oder wenig Vorkenntnisse im Fachbereich Architekturgeschichte haben. Ergänzend gibt es die Möglichkeit an einem begleitenden Tutorium teilzunehmen. 
Das fotografische Original (Seminar)Birken, JacobDie Kunsttheoretikerin Rosalind Krauss beschrieb Fotografien als „Multiples ohne Original“, Bilder, die nur als Vervielfältigungen existieren – schließlich sind weder das analoge Negativ noch die digitale Datei das, was als Bild betrachtet wird. Sobald ein Foto vielfach reproduziert wird, kommen neue Fragen auf: Welche Reproduktion kann als ‚authentisch‘ angesehen werden, welchen Unterschied machen Ausschnitt, Dimensionen und Materialität des Abzugs oder Abdrucks? Dieses Seminar soll in die grundsätzlichen Probleme der Fotografie als Objekt einführen. Wir werden die unterschiedlichen technischen wie ästhetischen Aspekte der Reproduktion zwischen Silbergelatine-Abzug, Tiefdruck, Polaroid und Smartphone-Display diskutieren, (kunst-)ideologische Ansprüche an die Fotografie als Ding und Werk besprechen und dabei weder die gängigen Diskurse noch die konkrete Auseinandersetzung mit unterschiedlichen fotografischen Reproduktionsmethoden vernachlässigen. 
Paris, New York, Dakar - Genealogien einer Schwarzen Moderne (Seminar)Brus, AnnaDas Seminar verfolgt das Ziel, eine alternative Genealogie der künstlerischen Moderne zu entwickeln, die sich bewusst von eurozentrischen Kanonisierungen löst. Im Zentrum stehen transnationale Verflechtungen zwischen der Harlem Renaissance in New York, der Négritude-Bewegung in Paris und der sich formierenden Kunstmetropole Dakar. Das Seminar rückt dabei künstlerische, intellektuelle und politische Netzwerke der Schwarzen Diaspora in den Fokus, die maßgeblich zur Herausbildung einer pluriversalen Moderne beigetragen haben.
Unser Verständnis der Moderne ist bis heute stark von weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst geprägt. Dem setzt das Seminar die Frage entgegen, wie Künstler:innen und Theoretiker:innen der Schwarzen Diaspora eigene Formulierungen der Moderne entwickelt haben – jenseits von Exotisierung und kolonialer Fremdzuschreibung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der kritischen Auseinandersetzung mit dem „Primitivismus“-Diskurs und dessen rassistischen Voraussetzungen. Ausgehend von der Pariser Avantgarde-„Entdeckung“ afrikanischer Skulptur untersuchen wir, wie dieser Kanon nicht nur europäische Modernismen beeinflusste, sondern zugleich von afroamerikanischen, afrokaribischen und afrikanischen Künstler:innen und Intellektuellen strategisch umgedeutet wurde. In entstehenden Afro-Modernismen fungierte afrikanische Kunst als Bezugsrahmen jenseits europäischer Aneignungspraktiken und ermöglichte die Entwicklung emanzipatorischer und antikolonialer Gegenkonzepte. 
Im Seminar werden sowohl Kunstwerke und Ausstellungsformate analysiert als auch neuere kunsthistorische und historische Texte (u. a. von Aimé Césaire, Léopold Sédar Senghor und Alain Locke) kritisch gelesen und diskutiert. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt. 
Zwischen Kirche und Stadt. Mittelalterliche Kunst in Köln (Übung)Cárdenas, LiviaAls eine der größten mittelalterlichen Städte nördlich der Alpen war Köln zugleich ein zentraler Schauplatz künstlerischer Produktion, die sich zwischen den Polen von Kirche und Bürgertum bewegte. Diese beiden Akteursgruppen prägten auf je eigene Weise die visuelle Kultur der Stadt. Im Rahmen der Übung werden ausgewählte Werke der Skulptur, Tafelmalerei und Schatzkunst aus Kölner Kirchen und Museen in ihrem historischen Kontext untersucht. Die Objekte werden vor Ort nach ihren religiösen, sozialen und politischen Funktionen befragt sowie ihre Materialität und Ästhetik erörtert. Gemeinsam diskutiert werden darüber hinaus die ursprünglichen Funktionen der Werke im liturgischen, städtischen bzw. privaten Raum. Unter diesen Gesichtspunkten nimmt die Übung nicht nur verschiedene Bildgattungen in den Blick, sondern auch differente Auftraggebergruppen – geistliche Institutionen wie Domkapitel, Klöster und Stifte einerseits, Zünfte, Bruderschaften und wohlhabende Bürgerfamilien andererseits.

PD Dr. Livia Cárdenas: Studium der Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft sowie der französischen Literatur- und Sprachwissenschaft in Berlin und Tours. Nach der Promotion arbeitete sie an der Universität Basel und der Leuphana Universität Lüneburg, wo sie sich habilitierte. Forschungsschwerpunkte: Europäische Kunst- und Kulturgeschichte des Spätmittelalters und der Neuzeit, mendikantische Bildkulturen des Spätmittelalters, Druckgraphik und Buchkultur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, Reliquien in ihrer Interaktion von Wahrnehmung und Materialität, Mittelalterrezeption im 18. und 19. Jahrhundert, Sammlungskultur um 1500 und um 1800. 
Fluxus im Ruhrgebiet. Galerie Inge Baecker in Bochum (1970-1982) (Übung)Jacobs van Renswou, Brigitte GertrudDie im November 1970 in Bochum gegründete Galerie Inge Baecker zählt zu den ersten Adressen für die Happening- und Fluxus-Bewegung und den Neo-Dadaismus in Deutschland. In einer umgebauten Tiefgarage eröffnete Inge Baecker mit einer Ausstellung von Wolf Vostell. Bereits 1971 zeigte sie den amerikanischen Happeningkünstler Allan Kaprow, dessen Vertretung sie in Deutschland übernahm und mit dem sie verschiedene Aktionen und Projekte insbesondere im Ruhrgebiet realisierte. Für viele ihrer Künstler:innen wie u.a. Charlotte Moorman, Al Hansen, Alison Knowles, George Maciunas, Takako Saito, Nam June Paik agierte sie als Agentin und ermöglichte erste Einzelausstellungen in Deutschland.
Seit 1972 konzipierte und organisierte Inge Baecker im Ruhrpark-Einkaufszentrum sechs „Bochumer Kunstwochen“, bei denen zentrale Vertreter:innen der Fluxusbewegung auftraten und aufsehenerregende Aktionen in der Fußgängerzone realisierten, um Kunst und Alltag zu verbinden. Legendär war auch die große Ausstellung „Sehen um zu hören – Objekte und Konzerte zu visueller Musik der sechziger Jahre“, die zusammen mit dem Komponisten Mauricio Kagel und in Kooperation mit Inge Baecker im Jahr 1975 in der Städtischen Kunsthalle Düsseldorf stattfand.
In der Übung sollen ausgewählte Archivalien aus dem Bestand der Galerie Inge Baecker im ZADIK wie Korrespondenzen, Presse-, Bild-, Ton- und Filmdokumente in Kleingruppen gesichtet und analysiert werden. Durch die Vermittlung grundlegender Kompetenzen kunsthistorischer Quellenarbeit bietet die Übung einen hohen Praxisbezug und einen Einblick in die komplexe Arbeit im Archiv.
Der Kölner Dom - Erkundungen zur Baugeschichte und zu Fragen der Erhaltung der Welterbestätte (Übung)Füssenich, PeterNeben der Archäologie und Baugeschichte des Alten Domes als größter karolingischer Kirche nördlich der Alpen steht die erste, mittelalterliche Bauzeit des gotischen Domes (1248-1520) im Fokus des Seminares. Ebenso werfen wir einen intensiven Blick auf die zweite Bauzeit (1842-1880) sowie die Leistungen des 19. Jahrhunderts (1842-1880), in dem die Dombauhütte wiederbegründet und der gotische Dom vollendet wurde.
Es folgen Betrachtungen zum Kölner Dom im Zweiten Weltkrieg, zu den noch heute sichtbaren Kriegsschäden sowie den Wiederaufbauleistungen des 20. Jahrhunderts bis hin zu den Aufgaben der heutigen Kölner Dombauhütte, die 2020 gemeinsam mit 17 anderen europäischen Bauhütten erwirkte, dass die UNESCO das Bauhüttenwesen als Immaterielles Kulturerbe in das Register Guter Praxisbeispiele aufnahm.
(Kurz-) Referate zu den einzelnen Themenkomplexen werden am ersten Termin ausgegeben. Eine aktive Teilnahme wird erwartet. Mindestens eine Exkursion am Kölner Dom findet in den Arbeitsbereichen der Dombauhütte im Hohen Dach statt. Schwindelfreiheit und festes Schuhwerk sind Voraussetzung für die Begehung.

Die Seminarblöcke - auch der erste Termin - finden vor Ort am Kölner Dom statt - und zwar im Vortragssaal der Verwaltung der Kölner Dombauhütte, Roncalliplatz 2 (EG), 50667 Köln mit Exkursionen im und am Kölner Dom sowie Teilbereichen der Kölner Dombauhütte. 

Der Dombaumeister Peter Füssenich leitet die Übung!
Reise(t)räume in Rolandseck (Übung)Braun, SusanneDas Hotel Bellevue in Rolandseck mit Panorama-Terrasse und Gartenanlagen und das Empfangsgebäude des Bahnhof Rolandseck (1856-58), das heute zum Arp-Museum (eröffnet 2007) gehört, sind bauliche Zeugnisse eines im 19. Jahrhundert aufkommenden Tourismus im Mittelrheintal.
Von der Eröffnung eines ersten Gasthauses 1856 bis zur Schließung des Hotels 100 Jahre später war das Bellevue mit seiner direkten Lage am Rhein, vor allem aber mit dem Blick auf den Rolandsbogen und auf das gesamte Siebengebirge eine viel besuchte und beliebte Idylle der Rheinromantik.
Nach langem Leerstand wird das Hotel Bellevue in den kommenden Jahren saniert mit dem Ziel, es einer neuen Nutzung zuzuführen. Die Übung beschäftigt sich mit den
Baulichkeiten Hotel Bellevue und Bahnhof Rolandseck und thematisiert den Erhalt von Denkmalen durch Umnutzung.
Workshop zur Praxis der Denkmalpflege und Bauforschung (Übung)Heinzelmann, DorotheeAchtung: persönliche Anmeldung per E-Mail ist erforderlich:
dorothee.heinzelmann@lvr.de

Eine denkmalgerechte Planung setzt eine gute Kenntnis des Bauwerks voraus. Sowohl die Konstruktionsweise als auch spätere Veränderungen sind entscheidend, um eine jeweils individuelle Lösung entwickeln zu können, die eine ressourcenschonende Sanierung und zeitgemäße Nutzung eines Baudenkmals ermöglicht.
Die Teilnehmer*innen der Übung lernen bei der Untersuchung von Baudenkmälern im Rheinland Methoden der historischen Bauforschung und der Dokumentation kennen und erhalten Einblick in Aufgabenbereiche und aktuelle Fragestellungen der praktischen Denkmalpflege.
Im Rahmen des Workshops werden Bauaufnahmen erstellt, die als Grundlage für die Analyse und Interpretation der Baubefunde dienen. Die Ergebnisse der Bauuntersuchungen werden in Form eines Raumbuchs und eines Abschlussberichts aufgearbeitet.
Die Übung setzt sich aus einer Einführungssitzung an der Abteilung Architekturgeschichte (15.4.2026) sowie drei Tagen zur praktischen Arbeit vor Ort (04.-06.06.2026) zusammen.
VON HIER (R)AUS! Bedeutung, Theorie und Praxis von Kunst im öffentlichen Raum (Übung)Laskowski, BirgitDie Diskussionen über Nutzungsmodelle und -perspektiven für bestehende oder neu erschlossene Flächen im innerstädtischen Raum prägen auch Kölns Stadtbild. Eine zunehmend diverse Stadtgesellschaft verhandelt ihre Interessen in der Besetzung von Räumen für Kommerz, Kultur, Arbeit und Bildung. Künstlerische Interventionen und ortsspezifische Arbeiten werden dabei in beauftragten Projekten miteinbezogen oder reagieren mit freien Aktionen auf diese Prozesse. Im Fokus der Lehrveranstaltung stehen die immer komplexer werdenden Fragen nach der Rolle von Kunst im öffentlichen Raum, der demokratischsten aller Kunstformen, da allen frei zugänglich. Die Übung greift aktuelle Debatten auf, stellt die vielfältigen Erscheinungsformen dieser speziellen Kunstform vor und knüpft im Titel an die legendäre, von Kasper König 1984 in Düsseldorf kuratierte Ausstellung ‚Von hier aus‘ an, die die Gegenwartskunst von 68 Künstlerinnen präsentierte. Wie damals die künstlerische Avantgarde zunehmend außerhalb klassischer Kunstkontexte ihre Podien sucht, wählen auch heute immer mehr Künstlerinnen zur Sichtbarmachung individueller künstlerischer Fragestellungen den städtischen Raum, auch die Partizipation der Bürgerschaft.
Anhand von Lektüre, persönlichen Begegnungen mit Protagonisten und Exkursionen zu Außenplastiken im Kölner Stadtgebiet wird die Bedeutung von Kunst im Stadtraum untersucht. Der Austausch mit Künstlerinnen, Kuratorinnen, Stadtplanerinnen und Vertreterinnen der Verwaltung eröffnet Einblicke in aktuelle Debatten und Praxisfelder. Dabei geht es um Themen wie die Wahrnehmung und Wertschätzung von Kunst im öffentlichen Raum, die Verantwortung der Stadtgesellschaft, Modelle und Konzepte zur Sicherung und Vermittlung bestehender Werke sowie Strategien für neue Beauftragungen oder Translozierungen.
Die Lehrveranstaltung versteht sich als Einladung, die vielfältigen Perspektiven auf Kunst im öffentlichen Raum kritisch zu befragen und deren Potenzial für den gesellschaftlichen und urbanen Wandel auszuloten. Sie widmet sich der Rolle von Kunst im öffentlichen Raum im Kontext einer zunehmend diversen Stadtgesellschaft und leerstehender Innenstädte. Leitfragen sind: Wem gehört der öffentliche Raum? Welchen Beitrag kann Kunst zu gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen leisten? Wie kann sie Orte der Begegnung – sogenannte „dritte Orte“ schaffen? Neben der Lektüre und Diskussion einschlägiger Texte ermöglichen Exkursionen und Gespräche mit Künstlerinnen, Kuratorinnen, Stadtplanerinnen und Vertreterinnen der Verwaltung praxisnahe Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. Die Übung vermittelt den Teilnehmenden Interviewtechniken (Interviews mit o.g. Protagonisten), Kenntnisse in der Vermittlung des theoretischen Diskurses zur Definition von Kunst im öffentlichen Raum (Referat im Rahmen kurzer Exkursionen), stellt Verwaltungstechniken für öffentliche Kunstwerke vor und gewährt Einblicke in die kuratorische Praxis zeitgenössischer Kunstprojekte im öffentlichen Raum (modellhafte Entwicklung eines Ausstellungs-Konzepts im Stadtraum)

Birgit Laskowski studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Psychologie in Köln. Sie arbeitet als freie Kunsthistorikerin in ihrem Projektbüro ZERO FOLD. Sie realisiert Sie Ausstellungskonzepte, Kunstführungen, didaktische Projekte und Fortbildungsprogramme zur zeitgenössischen Kunst. 
Whole Earth Digital (Hauptseminar)Hildebrandt, DirkDas Hauptseminar befasst sich mit der Geschichte des "Digitalen" in der Perspektive künstlerischer und kunstwissenschaftlicher Praxis. Den Ausgangspunkt dieser Beschäftigung bildet der "Whole Earth Catalog"; ein Mail-Order-Katalog, der zwischen 1968 und 1971 regelmäßig, danach nur noch sporadisch erschien. Er ermöglichte die Vernetzung zeitgenössischer Gegenkulturen und galt lange als das zentrale Medium, an dem sich die Akteur*innen des Silicon Valley ausrichteten: Steve Jobs bezog sich auf den Katalog ebenso euphorisch wie dessen Herausgeber Stewart Brand, der nicht nur wesentlich zur Popularisierung des „personal computer“, sondern auch dazu beitrug, dass die NASA das erste im Weltall aufgenommene Bild überhaupt veröffentlichte. 
Dieses Bild ziert das Cover der ersten Ausgabe des "Whole Earth Catalog". Es wurde schnell zur Ikone der zeitgenössischen Gegenkultur: Inbild eines ökologischen Bewusstseins für die zu schützende 'Ganzheit' des Planeten, für die Möglichkeit zu individueller Selbstverwirklichung, aber auch diskriminierungs- und hierarchiefreier Vergemeinschaftung. Derartige Hoffnungen standen ganz im Zeichen technologischer Utopien, die sich offensichtlich bis in unsere Gegenwart gehalten haben. Allerdings hat Fred Turner darauf hingewiesen, dass Hippies und Kommunalisten zwar ein wünschenswertes Weltbild entwarfen, dabei aber blind blieben für "die Politik von Rasse, Geschlecht, Klasse und Geografie". Genau dieses Auseinanderklaffen von technologischem Fortschritt auf der einen Seite, und den damit einhergehenden, seit den 1960er Jahren nur zunehmend wachsenden sozioökonomischen Problemen und Ungleichheiten auf der anderen Seite, ist in den 1990er Jahren als "Californian Ideology" beschrieben worden - eine Ideologie, deren Ambivalenz sich vielleicht noch nie so eindrücklich gezeigt hat wie im Zusammenhang mit Trumps zweiter Inauguration.
Im Rahmen des Seminars beschränken wir uns also keineswegs auf Brands Katalog. Vielmehr dient er uns als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem historischen und konzeptuellen Beginn des digitalen Zeitalters. Ausgehend davon werden wir uns mit den Tendenzen und Veränderungen befassen, die die Vorstellung einer ‚digitalen Kultur‘ seit den 1960er Jahren durchlaufen ist. Neben der Vermittlung von historischem Wissen soll es dabei ebenfalls um die Entwicklung eines Instrumentariums gehen, mit dem wir auch unsere Gegenwart analysieren und ‚historisieren‘ können. Vor diesem Hintergrund wird es nicht allein um eine Geschichte digitaler Kunstpraktiken gehen. Vielmehr werden wir uns mit technikgeschichtlichen Zusammenhängen, ökonomischen Verhältnissen und sozialen Fragen befassen, die gerade in der Kunstgeschichte häufig zu kurz kommen.
Evidence – Institutionen und Apparate des fotografischen Beweisens (Hauptseminar)Birken, JacobDer Fotografie wird traditionell ein privilegiertes Verhältnis zur materiellen Wirklichkeit zugeschrieben – bereits William Henry Talbot Fox schrieb 1844 vom Lichtbild, dass es mit dem „Stift der Natur“ selbst angefertigt sei, und bis heute bleibt die Funktion des Fotos als ‚objektives‘ Dokument zwischen Passbild und Reportage tief in unseren Alltag hinein erhalten. Dennoch ist diese Funktion weder selbstverständlich noch unantastbar: Fotos sind auf Texte und Kontexte angewiesen, sie können wesentliche Informationen vorenthalten oder direkt manipuliert werden. In diesem Hauptseminar werden wir anhand zentraler Texte und sehr unterschiedlicher Bildbeispiele – von Mugshots über inszenierte Kunstfotografie hin zu UFO-Sichtungen – das Verhältnis des Lichtbilds zur Wirklichkeit diskutieren und die kulturellen Praktiken und gesellschaftlichen Konventionen untersuchen, die eine Beweiskraft des Fotos sicherstellen. Die Frage ist dabei nicht nur, unter welchen Umständen das Foto etwas beweist, sondern was es beweisen soll – und welche ästhetischen und soziopolitischen Ordnungen dadurch gestützt oder gestürzt werden sollen.
Kunst, Nationalpolitik und Frauenemanzipation: Skandinavische Maler:innen im langen 19. Jahrhundert (Hauptseminar)Wittekind, SusanneDie aktuelle Geopolitik rückt die Länder Skandinaviens stärker in den Blick. Wenngleich seit 2022 durch den NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands mit Norwegen und Dänemark in der NATO versammelt, sind sie doch sehr unterschiedlich, landschaftlich wie kulturell. Ihre gemeinsame Geschichte ist von zahlreichen Konflikten geprägt. So wurde erst 1905 das seit 1523 von Dänemark beherrschte, 1814 an Schweden abgetretene Norwegen unabhängig, erst 1917 das bis 1700 von Schweden beherrschte, dann von Russland besetzte Finnland vom russischen Reich. Umso größer war im 19. Jahrhundert die Rolle von Sprache und Geschichte, Landschaft, Kunst und (Volks)Kultur für die Stiftung nationaler Identität in diesen Ländern. Künstler:innen hatten aktiven Anteil an diesen nationalen Bewegungen. Doch wie wirkten sie daran mit? Künstlerisch durch neue Bildthemen und Gestaltungsweisen? Oder institutionell durch die Gründung von Kunstvereinen und Kunstschulen (in Absetzung von den königlichen Akademien in Kopenhagen und Stockholm) oder Künstlerkolonien? Durch ihre Tätigkeit als Kunstkritiker:innen und Kunsthistoriker:innen? Welche Rolle spielten dabei ihre zahlreichen Reisen, einerseits zur Erkundung ländlicher Regionen ihrer ‚Heimat‘, andererseits in europäische Kunstzentren der Zeit, Düsseldorf, München und Paris? Spannend ist die starke Beteiligung nordischer Künstlerinnen: Denn schon 1846 erhielten Frauen mit der Gründung der Finnischen Kunstgesellschaft freien Zugang zu den Kunstschulen in Helsinki und Turku. 1849 wurden an der Stockholmer Akademie erste Künstlerinnen aufgenommen, ganz regulär dann ab 1864. Künstlerinnen gründeten eigene Kunstschulen (Harriet Backer) oder Gemeinschafts-Ateliers, viele erhielten Reisestipendien, wurden ausgestellt und mit Preisen ausgezeichnet, sogar auf Weltausstellungen, manche wurden selbst Akademie-Lehrerin (Maria Wiik). Warum sind heute nur noch so wenige von ihnen bekannt (so Helene Schjerfbeck, der aktuell eine Ausstellung des Metropolitan Museum New York gewidmet ist, oder Anna Ancher, deren Werk aktuell erstmals in England in der Dulwich Picture Gallery London zu sehen ist)? 

In Verbindung mit dem Seminar (sowie einem zur mittelalterlichen Kunst Dänemarks) findet eine 7-tägige Exkursion nach Dänemark statt; Ziele sind u.a. Skagens Museum und Kopenhagen (Nationalgalerie, Hirschsprungsche Sammlung).
Was wäre wenn...? Spekulative Verfahren in den Medien und Künsten (Hauptseminar)Köhler, Kristina, MichaelaWas wäre, wenn …wir die Kunst- und Mediengeschichte nicht allein als Abfolge verbriefter historischer Ereignisse verstünden, sondern mitdächten, was vielleicht (nicht) passiert, aber doch im Bereich des Möglichen wäre? 
Spekulatives oder kontrafaktisches Fragen gilt in den Geschichtswissenschaften als eigene Methode, um die Autorität des «So-ist-es-gewesen» dominanter Erzählungen zu destabilisieren und nach alternativen Geschichtsverläufen zu fahnden. Auch in Literatur, Malerei, Fotografie, Filmen und Serien wird das «Was wäre, wenn…» häufig eingesetzt – und zwar nicht nur, um die Zukunft zu imaginieren, sondern auch, um Gegenwart und Vergangenheit neu lesbar zu machen – etwa, wenn Filmregisseur Quentin Tarantino Hitler in INGLORIOUS BASTERDS (USA 2009) einen frühzeitigen Tod in einem Kino sterben lässt.

Gerade für queer/feministische und dekoloniale Ansätze spielen «counterfactual speculation» (Jane Gaines) und «critical fabulation» (Saidiya Hartman) eine wichtige Rolle: Sie erlauben einerseits, Kanonisierungen, Machtstrukturen und lineare Zeitmodelle kritisch zu hinterfragen und können andererseits ermächtigende oder gar utopische Gegenerzählungen produzieren.
Das Seminar widmet sich spekulativen Modi des «Was wäre (gewesen), wenn…?», wie sie in Geschichtsschreibung, Theorie, Medien, in Künsten und kuratorischen Praktiken zum Einsatz kommen; es verbindet gemeinsame Textlektüren mit der Analyse von Kunstprojekten und medialen Erzählungen. Dabei wird auch zu diskutieren sein, wie sich die hier zu untersuchenden Verfahren des Spekulativen abgrenzen lassen von problematischen Formen des «Kontra-Faktischen», wie sie gegenwärtig etwa in populistischen Diskursen zu beobachten sind.
Schöne Madonnen? Weiblichkeitsdiskurse, Forschungstraditionen und feministische Netzwerke (mit Tutorium) (Hauptseminar)Haug, Henrike1991 veröffentliche Helga Möbius (*1935) ihren Aufsatz „Schöne Madonna und Weiblichkeitsdiskurs im Spätmittelalter“ in den FKW / Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur. Das Seminar diskutiert den Aufsatz und situiert ihn in seinem fachhistorischen Umfeld: welche neuen Publikationsorgane wurden während der zweiten Welle der Frauenbewegung in den 1970er Jahren eingerichtet? Welche Themenfelder wurden dort verhandelt – und wie verhält sich Möbius‘ Schöner Madonnen-Aufsatz dazu? Welche Frauen-Netzwerke werden nicht nur hier sichtbar? Welchen Einfluss hatten die Kunsthistorikerinnen-Tagungen, die 1982 in Marburg, 1984 in Zürich, 1986 in Wien, 1988 in Berlin und 1991 in Hamburg ausgerichtet wurden – für den Austausch und die Theoriebildung von deutschen Forscherinnen, für den Austausch zwischen BRD und DDR und für den Aufbau von internationalen Kontakten? Gibt es einen Unterschied zwischen ostdeutscher und westdeutscher Frauenkunstforschung – und was passierte nach 1989? 
Teil des Seminars ist die Teilnahme am Internationalen Kongress „Die Internationale? Netzwerke Feministischer Kunstgeschichte(n) seit den 1960ern“, der vom 18. bis 20. Juni 2026 in Köln ausgerichtet wird. 

Der Aufsatz ist online abrufbar unter: www.fkw-journal.de/index.php/fkw/article/view/246

Ergänzend gibt es die Möglichkeit an einem begleitenden Tutorium teilzunehmen.
Künstlerische Institutionskritik: Von den 1970ern zu dekolonialen Praktiken der Gegenwart (Hauptseminar)Brus, AnnaDas Seminar geht von der Frage nach dem kritischen Potenzial von Kunst und ihrer (Un-)Möglichkeit aus, gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Anhand ausgewählter Beispiele der Institutionskritik in der Kunst vom Ende der 1960er Jahre bis in die Gegenwart untersuchen wir, wie Kunstinstitutionen – insbesondere Museen – nicht nur als neutrale Ausstellungsorte, sondern als machtvolle Strukturen fungieren, die Bedeutungen, Werte und Ausschlüsse produzieren.
Die Bewegung der Institutionskritik entstand im Kontext tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche (1968, Antikriegsbewegung, Bürgerrechtsbewegungen, Studierendenproteste). In oftmals konzeptuellen und mitunter humorvollen Arbeiten machten Künstler wie Michael Asher, Marcel Broodthaers, Daniel Buren und Hans Haacke sichtbar, dass Kunstwerke weniger autonom sind, als vielmehr stets institutionell gerahmt, vermittelt und ökonomisch eingebettet.
Die zweite Welle der Institutionskritik seit den 1980er Jahren zeichnete sich durch performative und partizipative Interventionen aus. Künstler:innen wie Andrea Fraser, Renée Green und Fred Wilson rückten insbesondere Fragen von Klasse, Race und Gender in den Fokus und zeigten, wie museale Praktiken Subjektpositionen und historische Narrative hervorbringen oder ausschließen.
Diese historischen Positionen bilden die Grundlage für zeitgenössische dekoloniale, feministische und aktivistische Ansätze der Institutionskritik sowie für alternative, informelle oder kollektive Kunsträume, denen im Seminar ein besonderer Schwerpunkt gewidmet wird (u. a. Guerilla Girls, CATPC, Vocal Museum, La Colonie).
Im Seminar werden sowohl Kunstwerke und Ausstellungsformate analysiert als auch theoretische Texte gelesen und diskutiert; die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.
Oberseminar: Kunsthandel in Düsseldorf - von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung des Archivs der Galerie Paffrath (Kurs)Oberste-Hetbleck, NadineDas Oberseminar findet vor Ort in den Räumen des ZADIK (Im Mediapark 7, Köln) statt.

Seit der Nachkriegszeit treten im Rheinland mehrere Kunstkritikerinnen in Erscheinung, die beginnen, über die Aktivitäten der Avantgarde ihres Umfelds in Museen, Galerien und sonstigen Institutionen zu berichten. Sie sind häufig studierte Kunsthistorikerinnen und starten ihre journalistische Tätigkeit für die lokalen Zeitungen oder den Rundfunk. In einem historisch orientierten Teil wird das Oberseminar vergleichend an ausgewählten Personen die Biografien und Netzwerke jener Kunstkritikerinnen untersuchen, gerade auch mit Blick auf die Verbindungen zu den Avantgarde-Galerien der Zeit. Welche beruflichen Zugangsmöglichkeiten hatten die späteren Kunstkritikerinnen im Sinne einer Professionalisierung zunächst im Studium, dann in den Redaktionen der Zeitungsverlage und Zeitschriften? Welche Entwicklungsmöglichkeiten von Lokalen ins Überregionale bestanden? Gab es Netzwerke, die die Kunstkritikerinnen untereinander aufbauten? Und wie war der Zugang in die künstlerische Avantgarde-Szene? Den Ausgangspunkt für diesen Teil der Veranstaltung bilden die Archivbestände der Kunstkritikerinnen Anna Klapheck (ZADIK, G1), Yvonne Friedrichs (ZADIK, G 7) oder Hannelore Schubert (ZADIK, G 9), die zum großen Teil bereits digitalisiert und erschlossen im ZADIK für die Forschung aufbereitet worden sind. Mit ihnen wird im Rahmen des Seminars gearbeitet. Darüber hinaus richtet die Veranstaltung anhand ausgewählter Gesprächspartnerinnen auch den Blick auf die weitere Entwicklung bis in die Gegenwart: Gemeinsam mit Renate Puvogel sowie Uta M. Reindl erfahren die Seminarteilnehmer:innen mehr über die individuellen Lebensläufe und Erfahrungen der Kunstkritikerinnen. Während eines Blocktermins wird exemplarisch das Gespräch mit einer Kunstkritikerin mit anschließender Quellenarbeit kombiniert. 

Am 09.06.2026 findet eine dreistündige Blockveranstaltung in der Galerie Paffrath und ggfs. einer archivhaltenden Institution in Düsseldorf statt (Exkursionstag). 

Das Oberseminar wird an den restlichen Terminen immer vor Ort in den Räumen des ZADIK (Im Mediapark 7, Köln) veranstaltet. Eine verpflichtende Vorbesprechung ist am 21.04.2026 von 10.00-11.30 Uhr im ZADIK.
Oberseminar: Wunderlich, ungewöhnlich, ausserordentlich - Theorie und Ästhetik barocker Kunst (Kurs)Magnago Lampugnani, AnnaWas meinen wir, wenn wir von „barocker“ Kunst sprechen? Sind es jene Werke, die wir – mit Alois Riegl – als „wunderlich, ungewöhnlich, außerordentlich“ wahrnehmen? Und lässt sich diese Wirkung auf bestimmte Stilformen und normabweichende Ikonographien zurückführen – oder ist „barock“ längst zu einem bedeutungsleeren Etikett geworden, zu einem Epochenbegriff, der in Modulhandbüchern fortlebt, in der Forschung jedoch zunehmend in Frage gestellt wird?
Im Oberseminar diskutieren wir anhand grundlegender Quellen- und Methodentexte (u. a. Alois Riegl, Heinrich Wölfflin, Erwin Panofsky) die theoretischen und historiografischen Grundlagen des Barockbegriffs. Auf der Grundlage soll geprüft werden, inwiefern und innerhalb welcher Grenzen diese umstrittene historiografische und stilistische Kategorie zur Definition der europäischen Kunst des 17. Jahrhunderts herangezogen werden kann. Im Anschluss an die Sitzung im Seminarraum wollen wir dies vor allem anhand der Originale nachvollziehen: In Blockterminen im Wallraf-Richartz-Museum wird die Frage danach, was „barock“ sein kann, an den Objekten diskutiert. 

Voraussetzungen: regelmäßige Teilnahme, Übernahme eines Referats

Das Oberseminar wird von Dr. Anna Magnago Lampugnani (https://www.biblhertz.it/de/anna-magnago-lampugnani) gehalten und als Blockseminar durchgeführt (Termine beachten!). Die erste Sitzung findet am 24.04. via Zoom statt!
Oberseminar: Realismus vor und nach der Fotografie (Kurs)Birken, JacobDie perfekte Illusion ist ein immer wieder und doch unter stets anderen Vorzeichen auftretender Anspruch der bildenden Künste. Als in der frühen Neuzeit optische Gesetze auf den Bildraum angewandt wurden, war das noch Teil des größeren Projekts der Verwissenschaftlichung der Lebenswelt; einige Jahrhunderte später wurde dies in der 3D-Simulation wieder aufgegriffen, die Nachahmung optischer Phänomene mit möglichst spektakulärem Effekt nun dem Computer überlassen. Während heute jede Spielekonsole im Wohnzimmer illusionistische Bilder in Echtzeit produzieren kann, hat diese Art der ‚Wirklichkeitstreue’ auf visueller Ebene – abgesehen von der immer marginal gebliebenen fotorealistischen Malerei – im Kunstdiskurs lange ihre Bedeutung verloren. ‚Realismus‘ ist in der zeitgenössischen Kunst allenfalls eine soziopolitische Kategorie; die adäquate Repräsentation gesellschaftlicher oder materieller Zusammenhänge. Innerhalb dieser größeren Entwicklungen wird die Fotografie zur Zäsur und ihrerseits zur Referenz für die perfekte visuelle Illusion – was seitdem als Bild ‚wie wirklich‘ aussieht, ist eben ‚fotorealistisch‘.

In diesem Seminar werden wir uns mit den Begriffen und Techniken der ‚Wirklichkeitsdarstellung‘ beschäftigen und von der Fotografie ausgehend sowohl in deren Vorgeschichte wie die (digitale) Gegenwart blicken. Dabei wird es ebenso um mimetische Darstellung, also die Nachbildung oder Imitation gehen wie um ‚Realismus‘ als politische oder ethische Kategorie; um Illusionismus als Handwerk ebenso wie um die Apparate, die ihn automatisieren.
Oberseminar: Skulpturtheorien der Moderne (Kurs)Spies, ChristianIm Zentrum des Oberseminars steht die theoretische Auseinandersetzung mit dem Medium Skulptur in der Moderne und Gegenwart. Mit der Erweiterung einer traditionellen Form des Bildwerks wurden seit dem späten 19. Jh. neue Fragen an das Medium der Skulptur formuliert: Interaktion von Skulptur und Raum, Bezug der Skulptur zum Körper von Betrachterinnen und Betrachtern, Engführung von Skulptur und Alltagsobjekt, Medialisierung von Skulptur in Fotografie und Film, Entgrenzung der Skulptur in der Installation, usw. 
Ziel des Seminars wird es sein, diese kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Skulptur nicht nur anhand zentraler Texte nachzuvollziehen, sondern auch in der Auseinandersetzung mit exemplarischen Werken kritisch zu diskutieren. Einzelne Sitzungen können deshalb auch in Kölner Museen oder im öffentlichen Stadtraum stattfinden, wo exemplarische Werke zu finden sind.
Methodenseminar und Kolloquium für Examens- und Promotionsprojekte (Moderne) (Kolloquium)Spies, ChristianDas Methoden- und Projektseminar richtet sich an Studierende in der Examensphase und Promotion und dient einerseits der gemeinsamen Textlektüre aktueller methodischer Texte im Bereich der jüngeren Kunst- und Bildtheorie. Andererseits dient es der Vorstellung von geplanten und laufenden Master- und Promotionsprojekten. Die Veranstaltung soll Raum bieten, diese Projekte und entsprechende methodische Fragen gemeinsam zu diskutieren. Darüber hinaus sind gemeinsame Ausstellungsbesuche geplant. 

Eine Teilnahme ist nur über die persönliche Anmeldung per Mail möglich: c.spies@uni-koeln.de
Kolloquium Mittelalter (Kolloquium)Wittekind, SusanneDas Kolloquium bietet die Gelegenheit, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen und Vortrags- oder Publikationsprojekte vorzustellen und in einem größeren Kreis zu diskutieren. Ergänzend werden wir in Themensitzungen aktuelle Forschungspublikationen zu neueren kunsthistorischen Ansätzen lesen, ihre Anwendungsmöglichkeiten auch anhand von Fallstudien aus den verschiedenen Arbeitsprojekten erörtern.
Kolloquium zur Fotografie- und Kunstgeschichte als Mediengeschichte (Kolloquium)Wolf, HertaZiel des Seminars ist es, Doktorand*innen beim Verfassen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten zu unterstützen. Das beinhaltet die kritische Auseinandersetzung mit theoretischen und methodologischen Fragen der Fotogeschichte und Kunstgeschichte als Mediengeschichte gleichermaßen wie die Diskussion der im Rahmen des Kolloquiums vorzustellenden Exposés sowie Abschnitte und Versionen der Qualifikationsarbeit der Teilnehmer*innen.

Teilnahme nur nach persönlicher Anmeldung. per E-Mail an: herta.wolf@uni-koeln.de 
Tutorium zur Architekturgeschichte I (Tutorium)Zander, JohannaZur Zeit keine Angaben
Tutorium zur Architekturgeschichte II (Tutorium)ThesingZur Zeit keine Angaben
Tutorium zur Ikonografie (Antike) (Tutorium)SchönebeckZur Zeit keine Angaben
Tutorium zur Ikonografie (Christentum) (Tutorium)OswaldZur Zeit keine Angaben
Studientag / Workshop (Ergänzungsmodul 2: Wissenschaftliche Praxis) (Projektseminar)Haug, HenrikeBitte beachten: Pflichtveranstaltung für alle Studierende im Ein-Fach-Master Kunstgeschichte, Dauer: zwei Semester!
Der Workshop muss spätestens zwei Semester vor Studienabschluss besucht werden, da die Dauer zwei aufeinanderfolgende Semester umfasst. Die Veranstaltung wird bei erfolgreicher Teilnahme am Ende des darauffolgenden WiSe verbucht. 
(Der Workshop wird turnusmäßig jedes Jahr, jeweils im Sommersemester beginnend angeboten.) 

Inhalt des Workshops:
Der Workshop dient der Vorbereitung, Durchführung und Publikation eines selbstkonzipierten und -organisierten Studientags zu einem ausgewählten Thema.

Der Studientag versteht sich dabei als Plattform, eigene Forschungen im Rahmen eines Vortrags vor Kommiliton*innen, Mitarbeiter*innen des Institutes sowie geladenen Gästen zu präsentieren und intensiv zu diskutieren. Anschließend, das heißt im darauffolgenden Wintersemester 2021/22, sollen die Ergebnisse der Veranstaltung in Form eines Workshop-Readers zusammengefasst und online publiziert werden.

In der Veranstaltung können dadurch unterschiedliche praktische Erfahrungen gesammelt werden, die von der Konzeption und Durchführung des Workshops (Themenfindung, Moderation, Vortrag etc.) über die Öffentlichkeitsarbeit bis zur Erstellung einer Online-Publikation (Satz, Lektorat etc.) reichen.

Termine werden noch bekannt gegeben.
Exkursionen (Exkursion)Brons, Franziska, Cianciolo, Cosentino, Gabriella, Grohé, Stefan, Haug, Henrike, Hildebrandt, DirkZur Zeit keine Angaben
EM2c (Projekt)Brons, Franziska, Cianciolo, Cosentino, Gabriella, Grohé, Stefan, Haug, Henrike, Hildebrandt, DirkZur Zeit keine Angaben
Praktikum (Praktikum)Haug, Henrike, Hildebrandt, DirkZur Zeit keine Angaben